Damals in Frankfurt

Damals in Frankfurt

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00:00:03: Es ist der siebenundzwanzig Juni, als es zur größten Jugendaktion in der Geschichte der Stadt kommt.

00:00:09: Ein riesiger Demonstrationszug, der zieht von der Innenstadt bis in das Waldstadion und das mit einem Ziel Aufmerksamkeit schaffen und Geld sammeln für ein Haus der Jugend.

00:00:19: Eine Demonstration beteiligen werden sich viele – bis zu dreißig tausend Menschen sollen damals dabei gewesen

00:00:24: sein!

00:00:24: Und ihre Forderung, die wird wahr ….

00:00:30: Und das soll Jugendzentrum und Jugendherberge zugleich sein.

00:00:33: Doch mit der Macht ergreifenden Nationalsozialisten, da folgt der Einschnitt.

00:00:36: Der Verein hinter dem Hosse-Jugend wird gleichgeschaltet – auch nach dem Zweiten Weltkrieg geht es am Dornbus nicht weiter!

00:00:42: Denn nach nünzeltfünfvierzig beschlagnahm die US-Amerikaner den Bau.

00:00:46: Doch zeitgleich helfen diese beim Bau eines neuen Hauses der Jugend am Sachsenhäuser Mainufer.

00:00:51: Ein Bau, der weit mehr sein wird als nur eine reine Jugendherbergung.

00:00:54: Hier trifft sich die iranische studentische Opposition.

00:00:56: Hier tagt der erste Bundesfrauenkonkret Und hier findet sogar die erste internationale Wikipedia-Konferenz statt.

00:01:03: In den neunzehnten Neunzeigerjahren kehrt dann auch das Erstehaus am Dornbus zurück in dem Sitz des Vereins und der wiederum vermietet das Haus seitdem unter anderem an die Jugendbildungsstädte an Frank und an den Frankfurter Jugend trinken.

00:01:13: Da ist also eine Menge passiert, in den letzten einhundert Jahren – und intensiv damit auseinandergesetzt hat sich der Stadtführer und Stadthistoriker Dieter Wesb, der uns all das was diesem einem Jahrhundert passiert es heute noch einmal genauer erzählen wird!

00:01:25: Das Dieter heute in meinem Podcast ist, das bedeutet mir total viel.

00:01:28: Denn er war es der mit einer anderen Geschichte, der Willer Speyer in Sachsenhausen die später als Willer Kennet, die bekannt wurde mein Interesse an Frankforts Geschichte erst so richtig geweckt hat.

00:01:36: Dieter willkommen Podcast.

00:01:38: schön dass du da bist!

00:01:38: Ja hallo!

00:01:40: Bevor wir rein starten erstmal so eine ganz grundsätzliche Frage wie bist du zu Frankfortstadt Geschichte gekommen?

00:01:46: Ja schon als Student interessiere ich mich für historische Lokalgeschichte.

00:01:51: So schreibe ich meine Diplomarbeit zur chemischen Industrialisierung Das rein mein Gebiets, immerhin in den Erziehungswissenschaften.

00:01:59: Vielleicht kein ganz gewöhnliches Thema und als ich dann zwölf bis dahin war Ich Chefredakteur der online Medien der IG Metall die Chance bekam In allersteilzeit zu gehen machte ich eine Ausbildung bei der Stadt Frankfurt bin also zertifizierter Stadführer der stadt Frankfurt Und beschäftige mich seitdem im Rahmen von stattführung von vorträgen und von publikation mit Frankfurt der Stadtgeschichte.

00:02:25: Die Stadtgeschicht Frankfurt ist sehr unglaublich vielfältig, wie kam es jetzt dazu dass du dich mit hundert Jahren aus der Jugend auseinander gesetzt hast?

00:02:33: Ich wurde vor einem Jahr also zwei fünfundzwanzig gefragt ob ich mir vorstellen könnte die Geschichte des neunzeigsten zwanzig gegründeten Vereins Haus der Jugend zu erforschen und aufzuschreiben.

00:02:44: Und ich hatte gerade ein Projekt abgeschlossen zur ersten internationalen Arbeiter-Olympiade in Frankfurt, die war neunzehntfünfundzwanzig.

00:02:50: Ein riesiges Ereignis das praktisch auch fast vergessen war.

00:02:55: und gleichzeitig ist es auch die Geschichte des Waldstaates uns in Frankfurt dass ebenfalls neunzhnundzwanzigh eingeweiht wurde.

00:03:02: also das heißt ich war so grade in den zwanziger Jahren voll aktiv und ich sah insofern in dem Projekt raus der Jugend die Chance die schon bestehenden Kenntnisse auf ein anderes Feld ausweiten zu können.

00:03:15: Wie muss man sich das jetzt vorstellen?

00:03:17: Du hast jetzt quasi so die Ausgangsbasis, du solltest dich mit hundert Jahren dieser Geschichte hier beschäftigen.

00:03:23: Wie schwierig ist die Recherche und wie legst du da los?

00:03:27: Na ja, das erste ist... Man guckt immer erst mal was haben andere geschrieben.

00:03:31: Die Grundregel jedes Historikers.

00:03:33: Was schreiben die anderen?

00:03:35: Und zu einer Verplüffung muss ich feststellen es war nur nie etwas aufgeschrieben worden.

00:03:41: Ich sah aber gleichzeitig, dass es umfangreiche Aktbestände, Geschäftsberichte und Fotoalben gab.

00:03:47: Und wir wurden dann in einem Arbeitsraum im Haus der Jugend zur Verfügung gestellt.

00:03:51: Da kamen massive Stahlregale hinein und auf diesen Stahlregan sammelten sich dann Bestände die bis zu neunzehntundundundzechsundzwanzig zurückgegangen.

00:03:59: also ich hatte einen Forschungskeller voll mit Material das vor mir noch niemand ausgewertet hat.

00:04:06: Und dann schaust du dir die Sachen an und quasi, also siehst du das so rein?

00:04:10: Und machst ihr dann so einen Muntizen oder stelle ich mir das vor, wie du dich da so durchwühlst.

00:04:14: Nee

00:04:14: der Bestand war nicht geordnet.

00:04:15: Das Erste was man macht, man sortiert mal.

00:04:18: Also jedes Regalbrett stand dann für sechsundzwanzig bis dreientreißig, dreientreißig bis fünfundvierzig usw.

00:04:25: Man hatte ja am Anfang schon die Idee Wie könnte man diese hundert Jahre gliedern in sichtbare und sinnvolle Phasen.

00:04:33: Und das war zunächst mal die Aufgabe, dass ich die Bestände sortiert habe und dann hab' ich mir jedes Blatt angeguckt.

00:04:39: Und im Prinzip alles was sich aufschreibenswert fand, zunächst einmal in ein Protokoll wenn man so will hineingeschrieben... ...und das ist eigentlich die Basis für die Publikation gewesen.

00:04:54: Glaubst du, als du dich da durchgewühlt hast, für dich persönlich eine überraschende Entdeckung?

00:05:00: Die eine Überraschend war?

00:05:02: Warum hat der Verein in den hundert Jahren zum fünftigsten, es wäre neunzehn-sechsten-siebzig gewesen.

00:05:08: Es war ja auch eine Zeit, an der man sich mit All History, Lokalhistorie beschäftigt oder so im fünften siebzigsten?

00:05:14: Warum hat er Verein bisher eigentlich überhaupt nichts gemacht?

00:05:18: Ich fand's für einen Akt.

00:05:19: immer wieder Ankündigung wir wollen eine Chronik schreiben aber das umfangreichste was ich gefunden habe über dem das Wort Kronikstand war ein Diener fünf sechs Seiten mehr war nie zustande gekommen.

00:05:32: Aber kannst du dir irgendwie erklären, warum das der Fall ist?

00:05:34: Dass dann nicht wirklich was draus geworden ist?

00:05:38: Es gab um sich Akteure aus dieser Jugendbewegung die Material gesammelt haben also die Tatsache dass wir Fotoalben haben in den Fotos von uns zu sechsundzwanzig Kleben die übrigens nur hier im Haus der Jugend sind.

00:05:50: Die gibt es im Inseln für Stadtgeschichte nicht diese Fotos.

00:05:54: Die hat Theo Walter der war dann lange Zeit Geschäftsführer hier auch Archivbeständen der Protagonisten, die an der Demo-Sixundzwanzig beteiligt waren, deren Nachlass gesichert und hat diese Fotoalbum eingeklebt.

00:06:09: Das heißt, die Alben sind nicht von sechsundzwannzig, aber das gesamte Material im Album ist von neunzehntsechsundzwanzig.

00:06:14: Und dabei von dieser Demonstration sechsund zwanzig gibt es vielleicht fünfzig schwarz-weiß Fotos.

00:06:22: Für die damalige Zeit ist ja schon viel an Bildmaterial auch oder?

00:06:26: Ja, das ist ausgesprochen viel.

00:06:28: Also man sieht dass man da nicht darauf gehofft hat.

00:06:30: es macht einem zufällig sondern da muss jemand ganz bewusst mitgegangen sein bei dem Zug und hat bei verschiedenen Gelegenheiten fotografiert.

00:06:37: also man kann im Prinzip wenn wir die... Wir kennen ja die Demonstrationsroute die war einfach zu rekonstruieren.

00:06:44: Man konnte die Fotos so hintereinander legen dass man im Prinzip sehen konnte er ist nicht nur am Anfang und Ende geknipst worden Sondern der ganze Zug von Sachsenhausen bis ins Waldstadion ist fotografisch dokumentiert.

00:06:58: Aber warum sich da jetzt neunzehnt sechsensechzig zum Beispiel keiner die Arbeit gemacht hat, das kannst du ja auch nicht erklären?

00:07:03: Hättet ihr wahrscheinlich auch viel Arbeit abgenommen oder?

00:07:06: Ja dann hätte ich nur eine Fortschreibung machen müssen.

00:07:08: aber so... Das war nicht umso spannender denn als Stadthistoriker erforscht man halt am liebsten diese Dinge, die noch nicht im Buch stellen.

00:07:17: Reisen wir mal ein bisschen weiter zurück und zwar in das Frankfurt der neunzentzwanziger Jahre.

00:07:22: Wie sah die Situation damals für junge Menschen hier in der Stadt aus?

00:07:27: Also nach dem Ersten Weltkrieg war es so, dass die vielen Jugendgruppen, die es gab also sowohl die sozialistische Arbeit der Jugend, die Pfadfinder aber auch die bürgerlichen Gruppen hatten bis dahin in der Statt keine Möglichkeiten sich zu treffen und Versammlungen zu machen.

00:07:45: Zum Teil gab es Provisorien in Abbruchhäusern unter sehr schwierigen Bedingungen.

00:07:51: Und das hat sich dann erst in der Nr.

00:07:52: und zwanzig geändert, als sich statt Frankfurt so etwa zwischen Eisernen Steg- und Leonarskirche dort gab es sogenannte Zollhofbaracken weil der Warenverkehr ist ja dort vom historischen Museum dem heutigen Jahr abgewickelt worden.

00:08:08: diese Zollhofen Baracken waren eine massive Sandsteingebäude.

00:08:11: die wurden nicht mehr gebraucht und die wurden dann den Jugendgruppen zur Verfügung gestellt.

00:08:15: Das heißt sie richten sich dort ein.

00:08:18: bestimmte Gruppen bekamen, bestimmte Räume.

00:08:21: Es gab eine Bibliothek Aufsichtsdienst.

00:08:25: Man konnte Bücher allerdings auch ausleihen und mitnehmen.

00:08:27: die Räumen wurden zum Teil in Eigenregie angepinselt.

00:08:30: das war also das erste heute würde man sagen Jugendzentrum der Stadt Frankfurt.

00:08:37: Und ist es dann so die Ausgangspasis?

00:08:39: Warum eine Idee entstanden ist eines Hauses der Jugend?

00:08:43: Es ist interessant dass in den schriftlichen Aufzeichnungen Und dieser Jahre immer wieder betont wird, wir brauchen ein Haus der Jugend mit zwei Funktionen.

00:08:56: Das eine ist ein Jugendheim – dazu würde man heute die Jugendzentrum sagen – also einen Ort in dem sich die Frankfurter Jugendgruppen treffen können und das zweite, wir wollen eine Übernachtungsmöglichkeit bieten für die Wandern, die nicht aus Frankfurt kommt.

00:09:10: Also eine Jugendherberge sein!

00:09:12: Und das hängt auch damit zusammen, dass nach dem Ersten Weltkrieg es in der Jugendbewegung auch so eine Tendenz gibt.

00:09:18: Ja die Flucht aufs Land ist nicht das Richtige sondern in dieser Zeit nach dem ersten Weltkrig wir wollen in die Städte zurück und am Aufbau eines neuen Deutschland mitwirken.

00:09:27: Das klingt teilweise sehr pathetisch aber dieser Zug in die Stadt kommt eigentlich erst nach dem ersten Welt Krieg.

00:09:33: Die Jugendherbergs-Bewegung die ja neunzehnt neun in Altena beginnt ist zunächst mal Bewegung, die ausschließlich Jugendherbergen auf dem Land kennt.

00:09:44: Jetzt wird das Haus hier oft auch als oder früher zumindest als Symbol ne Neuen Zeit beschrieben?

00:09:50: Kannst du es ein bisschen konkreter machen was das bedeutet?

00:09:53: Ja für Frankfurt ist ja die Zeit zwischen eine unheimlich spannende.

00:09:59: Also wenn ich nochmal mehr aussuchen dürfte, wann ich in Frankfurt leben würde dann würde ich gern von twenty-fünf bis dreißig in Frankfurt Leben weil es ist unglaublich was in diesen fünf Jahren alles passiert ist.

00:10:09: das sind die Jahre der Amtszeit von Ernst Mai als Planungssetzernent und Stadtbaurat und von Martin Älser als der Mann für die Großbauten.

00:10:18: Und bis heute ist die Leistung des neuen Frankfurt nämlich in fünf Jahren Zehntausend Wohnungen für das Existenzminimum zu bauen also zu planen zu bauen und beziehen zu lassen.

00:10:30: Dabei waren diese Wohnungen für die damaligen Zeit hoch modern, waren elektrifiziert, hatten Elektroherde, man musste kein Feuerchen mehr anmachen, hatten Heizungsanlagen und solche Dinge.

00:10:41: Rundfunkanschluss was es dort alles gab.

00:10:43: und in dem Zusammenhang sind aber auch die anderen Dinge passiert.

00:10:46: darunter gehört die Großmarkthalle von Martin Elsasser.

00:10:50: Zweihundertfünfzig Meter lang, fünfzig Meter breit, die größte stützenfreie Halle Deutschlands ist dort entstanden in einer Bautsrat von achtzehn Monaten.

00:11:01: Und das Haus der Jugend, was ja auch in der Formensprache der neuen Sachlichkeit neun zu dreißig errichtet worden ist, ist eindeutig ein Symbol des Neuen Frankfurt und damit auch ein Symbol der neuen Zeit.

00:11:14: Das gab dann den Titel für die Publikation ab.

00:11:17: Ich finde es immer so spannend, dass es so einen kleinen Exkurs aber ich diese Vorstellung, dass bis vor hundert Jahren es noch nicht üblich war.

00:11:23: Dass man einfach quasi so eine normale Küche oder so eine ähnliche Küche wie man die heute vielleicht kennt auch in den Wohnungen hatten.

00:11:29: also weil du eben auch meintest irgendwie ne offene Feuerstelle und so weiter das das vorhundert Jahre noch gang und gäbe war.

00:11:35: ja Ich finde das einfach ein krassen Sprung, was wir da auch gemacht haben.

00:11:38: Es war ja nicht nur vor hundert Jahren gegangen gegeben.

00:11:41: ich bin Jahrgang drei in fünfzig und ich bin südlich von Frankfurt in einer Wohnung aufgewachsen, in der es kein warmes Wasser gab sondern man musste Feuerchen im Herd machen und dann gab's einen Schiff, das war so ein kleiner Behälter.

00:11:58: Dann wurden durch das Feuer dieses Wasser erwärmt und so hatte man warmes water.

00:12:03: Das war eigentlich ganz normal, also selbst in den fünftiger Jahren war das noch normal.

00:12:07: Insofern ist die Bedeutung der Wohnung aus den zwanziger Jahren, die warmes Wasser hatten mit Nachtspeicher.

00:12:15: Strom wurden ja im ersten Stock dass der Beuler des Badezimmers beheizt und die darunter liegende Küche wurde eben durch diesen Beuler versorgt.

00:12:23: Und so hatte man warmes wasser sowohl für das Bad als auch für die Küche.

00:12:28: Dann sind quasi die zwanzigjahren, weil du auch meintest zwischen dem zwanziger und dreißiger Kätzler gerne gelebt.

00:12:34: Es ist eine mega wegweisende Zeit und dann auch teilweise ja gut aufgrund des Zweiten Weltkriegs und das Nationalsozialismus.

00:12:42: aber da waren die Zwanziger teilweise... Da war man wahrscheinlich ein bisschen weiter in der Entwicklung und in der Moderne als es quasi nach Kriegsteitern war ne?

00:12:49: In den sechsundzwanzig Jahren gibt's einen großen Festzug mit zehntausend Jugendlichen rissen, die dann von der Innenstadt quasi auch über Sachsenhausen in Zwaldstadion gelaufen sind.

00:13:01: Wie muss man sich diesen Tag vorstellen und warum war diese Demonstration auch so wichtig?

00:13:07: Also dahinter steckt auch sehr viel Planung.

00:13:11: es ist verplüffend festzustellen dass im Februar neunzehntzwanzig das schon eine Versammlung einer Frankfurter Jugendverbände gab und dort wird ein Plan für diese Demontration vorgelegt bis auf kleinen Details exakt der Umsetzung im Juni entspricht.

00:13:31: Das heißt, der Plan war erst mal eine große Demonstration auf die Beine zu stellen.

00:13:38: zum Zweiten das durch Motivwagen, die in diesem Zug mitgeführt wurden die Jugendarbeit und im Endeffekt das Ziel ein Haus der Jugend zu errichten mit geführt wurde.

00:13:50: Das heißt, es gab einen großen Wagen.

00:13:52: Auf dem Stand drauf helft mit baut das Haus der Jugend und man hatte es sogar geschafft... ...das konnte ich durch die Forschung jetzt herausfinden, dass ist bisher ein nicht erzähltes Kapitel des neuen Frankfurt,... ...dass der Entwurf dieses allerersten Hauses, das im Demonstrationszug mitgeführt wurde, ein Entwurf von Martin Ellsasser war.

00:14:13: Das wussten wir bisher nicht!

00:14:16: Das ist aber jetzt in den Akten aufgefunden worden und das wurde inszeniert.

00:14:20: Es gab ein Zauberei, das umschloss dieses Modell und dann im Stadion angekommen beschwört der Zauberer dieses Ei.

00:14:30: Das Ei klappt auf und enthüllt dieses damals noch Phantasiemodell genannte Haus der Jugend.

00:14:38: oder es ist interessant dass sich in den akten von Stadtbaurat Derlam einen Entwurf fand, der absolut historisierend war.

00:14:45: also Der hatte so barocke Form wie ein kleines Schloss, das war seine Zeichen.

00:14:49: Das konnte Elsa natürlich nicht gefallen und insofern hat Elsa dann relativ schnell sich bereit erklärt dieses Modell zu zeichnen dass dann also ein Pappmodell mit dem Demonstrationszug mitgeführt wurde.

00:15:02: Aber da ist es ja eine weitaus größere... Also auch aufwendigere Demonstration gewesen als quasi einfach loszulaufen und ein paar Plakate zu malen.

00:15:10: allerdings denn der Plan war ja zum einen Also erst mal die dreißigtausend, die am Zug beteiligt waren.

00:15:19: Dazu kommen ja noch... Man sieht an den Fotos das rechts und links des Demonstrationszugs.

00:15:25: Personen standen also nochmal Zuschauer da waren Das heißt die zogen durch die ganze Stadt bewusst auch am Römer vorbei.

00:15:33: Also richtig wenn sie kamen von oben vom Dom Die Straße am Markt herunter gingen um den Brunnen herum Zogen vorne am Dom vorbei Und dann ging es über die heutige Friedensbrücke dann zur damaligen Frosthausstraße, der heutigen Kändiali und dann bis ins Stadion.

00:15:48: Das heißt die sind zehn Kilometer gelaufen wenn man diesen Weg nochmal nachmisst.

00:15:53: Das hatten sie vorher nicht geübt.

00:15:55: das heißt der Zeitplan kam auch ein bisschen durcheinander denn im Stadionen war jetzt noch viele andere Dinge vorgesehen d.h.

00:16:02: Im Stadions sollte eine Denkschrift an den Staatsminister übergeben werden mit der Bitte er soll das doch bitte finanzieren.

00:16:12: Im Stadion wurde dann ein Bewegungs- und Singspiel aufgeführt, das muss man sich so vorstellen.

00:16:17: Auf diesem Theaterpodium des Waldstadions stand schwarz gekleidete junge Frauen die einen Sprechkorb bildeten und weiß gekleidet weise Frauen waren vorne auf der großen Stadienrasen und führten dort Gymnastische Übungen, das war damals so Laban-Schulen in denen man gewissermaßen auch durch Körperertüchtigung also der Mensch ist nur wenn er sich ganzheitlich bewegen kann und ausgebildet ist.

00:16:50: Das dann ist ja ganz gesund und da wurde im Prinzip die neue Zeit beschworen.

00:16:56: Also der Winter ist noch da jetzt kommt der Frühling und der Winter verteidigt sich aber der Frühlingsiegt und es bricht auf.

00:17:04: Also der Frühling kommt, die neue Zeit kommt.

00:17:06: Das war das Pathos dieser Veranstaltung und in dem Zusammenhang kommt dann auch das Zauberei.

00:17:12: Darüber hinaus haben sie noch Fußball gespielt und Schwimmwettbewerber, Radrennfahren und Läufe an wechselnden Orten.

00:17:19: Das heißt die Leute mussten vom Schwimmstadion im Waldstadion wieder zum Stadion gehen oder bei den Radwett bewerben.

00:17:27: Es muss ziemlich viel los gewesen sein in der Zeitplan-Geried am Schluss komplett durcheinander aber die Frankfurter Zeitung waren von der Veranstaltung begeistert.

00:17:36: so etwas hätte Frankfurt noch nie gesehen stand in der Frankfurther Zeitung.

00:17:40: Weißt du, wie viele Zuschauer dann auch dabei gewesen waren?

00:17:44: Die Zahl der Zuschauer konnte ich bisher nicht schätzen.

00:17:49: Aber es gibt interessante Darstellungen in der Frankfurter Zeitung.

00:17:52: Wie viel Flaschen Limo, Bier, Zigaretten und sonst etwas verkonsumiert wurden.

00:17:58: Bestimmt nicht weniger!

00:18:00: Also das war der größte Tag der Frankfuringer Jugend bis heute.

00:18:07: Jetzt war das... Haus, aber am Dornbursch erst nineteenhundertdreißig fertig.

00:18:12: Also der Weg war steinig!

00:18:14: Warum war das in der Umsetzung so schwierig?

00:18:17: Wenn wir uns das auch so vergleichen mit dem neuen Frankfurt, wo ja relativ schnell viel gebaut wurde.

00:18:21: Warum ist da so eine Differenz?

00:18:24: Es ist vorallem die Frage Wo ist der Standort?

00:18:27: Es gibt dann relativ schnell Ideen Dass man Vor der drei Königskirche dass man dort bauen will und Es ist auch so, dass Martin Ältelser ein Entwurf für dieses Gebäude macht.

00:18:46: Da steht unten klein dran Zeichnung zur Klärung der Baublazfrage Nachdruck verboten.

00:18:54: Was macht er für einen Haus der Jugend?

00:18:57: Er nimmt diese Abbildung für eine Broschüre um alle Jugendverbände anzuschreiben und zu sagen ihr müsst euch an diesem Haus beteiligen.

00:19:05: So sieht es aus.

00:19:06: wenn euch daran nicht beteiligt könnte es sein das ihr den Kürzeren bei der Belegung des Hauses habt.

00:19:11: Also es ist so der Versuch jetzt Geldmittel zu beschaffen, weil es wurden Bausteine für fünfzig Fennig verkauft.

00:19:17: Es gab eine Lotterie aber man wollte einfach den erforderlichen Betrag auch durch Spenden der anderen Jugendverbände zusammengregen.

00:19:26: Damit war natürlich dieser Vorentwurf von Elsasser öffentlich und erhob sich ein Sturm der Entrüstung.

00:19:33: die vor allem die Sachsenhäuser wollten nicht dass ihr Blick auf die drei Königskirche zugebaut wird.

00:19:41: berühmtes Bild von Max Beckmann, der auf dem Eisernsteg stehend die drei Königskirche und das Mainu verzeigt.

00:19:50: Das ist, dass es in den Jungen im Städel entstanden ist.

00:19:56: Und das wäre natürlich ein massiver Eingriff auf die Sichtbarkeit dieser Kirche gewesen.

00:20:03: Das gab sofort alle Möhrchen Protest.

00:20:09: Das Oberbürgermeister Ludwig Landmann ans Bauamt schreibt, was ist da los?

00:20:16: Ich weiß nichts von einem Bauhaus der Jugend.

00:20:19: Und hier kursieren Zeichnungen aus meinem Haus die dieses Modell an einen ganz bestimmten Standort schon zeigen.

00:20:28: Es geht durch die Zeitung.

00:20:29: Elsa schreibt selber ein Artikel in der Zeitung der das Projekt verteidigt indem er nochmal sagt, also wir brauchen noch einen Neubau im Stiel der neuen Sachlichkeit und am Main.

00:20:40: das wäre doch ideal.

00:20:42: Man könnte auf den Strom blicken und alle Sehenswürdigkeiten sind in der Nähe.

00:20:46: Das wäre das Richtige.

00:20:47: und dann endet der Artikel aber damit dass er de facto das ausverkündet.

00:20:51: Also aufgrund der Proteste

00:20:53: usw.,

00:20:54: werden wir diesen Plan nicht verfolgen weil wir wollen ohne ihn generell mal die Frage stellen wie die Ufer-Bebauung die Uferstraße aussieht, die nämlich in der Maizeit höher gelegt wird Und damit ist das Projekt de facto dort zu Ende gekommen.

00:21:08: Dann gibt es etliche Projekte, in denen bestehende Gebäude geprüft werden und da kommt sowohl Ernst May, der da teilweise daran beteiligt ist immer wieder zum Schluss des Gebäudes eignet sich nicht.

00:21:21: aber es ist klar, Ernst Mai hätte wahrscheinlich kein Gebäud, dass nicht im Stil der neuen Sachlichkeit gewesen war und bestehende Gebäude wahrnehmen, nicht in diesem Stil akzeptieren können.

00:21:31: Also es war schon wie klar... Es läuft auf einen Neubau hinaus und deswegen hatte sich dann hinausgezögert bis neunzehret dreißig am Dornbusch das erste Haus der Jugend eröffnet werden konnte.

00:21:43: Weißt man warum?

00:21:44: ausgerechnet am Dorenbusch?

00:21:46: Man muss ja sagen für die Jugendherberge war das kein guter Standort.

00:21:49: also damals sind ja Auswärtige Jugendliche mit dem Zug nach Frankfurt gekommen und sofern wäre etwas im Bahnhofsnähe sicherlich günstiger gewesen.

00:22:00: Der Standort für das neue Gewerkschaftshaus, das in den ein und dreißig aus eingeweiht wurde, wurde in letzter Konsequenz mit dem Bezug Bahnhofsnähe in die heutige Wilhelm-Leuchner Straße platziert.

00:22:14: Es gab dort einige Objekte Henry Buttgeheim wie dort noch gebaut wurde und ledigen heim.

00:22:21: Das heißt vielleicht war für die Stadtplaner, für Ernst May, die Idee dort ein Ensemble von drei Gebäuden im Stiel in der Einsachlichkeit zu haben Ausschlag geben.

00:22:33: Jetzt ist das Haus dann neunzehnzehntreißig fertiggestellt kann bezogen oder genutzt werden.

00:22:38: Drei Jahre später kommt es dann zur Machterkreifung der Nationalsozialisten.

00:22:43: Was passierte dann in der Zeit nach neunzerteinzehnten?

00:22:45: Wie hat auch der Verein da in dieser Zeit dann versucht zu überleben?

00:22:49: oder konnte der Verein überhaupt überleben?

00:22:51: Also die Eigenholzstruktur war ja, die, der neunzehntzechsundzwanzig gegründete Verein Haus der Jugend.

00:22:56: War Eigentümer des Hauses das Neunzehrdreißig erstellt worden, also es war im Besitz des Vereins und Der Verein hat es geschafft auch im Nationalsozialismus seine Eigenständigkeit zu bewahren aber um den Preis selbstvollzogenen Anpassung an die neuen Machthaber.

00:23:21: Es wird schon im März, in den Brief geschrieben an den neuen Bürgermeister Krebs mit dem drinsteht wir halten eine Gleichschaltung des Vereins für dringend erforderlich und es werden Neuesatzungen gemacht mit Ariaparagraf Führerprinzip und dann wird nochmal im September geschrieben Neuesatzung ist durch Der Führerprinzip steht ausdrücklich mit drin, wir haben den Arya-Paragrafen und man hat es also mit dieser Unterwerfung unter die politischen Leitlinien der NSDAP geschafft im Besitz des Hauses zu bleiben.

00:23:55: Es gibt in der Zeit bis fünfundvierzig immer wieder mal Vorgänge in denen der Jugendherbergsverband das haben will, die Hitlerjugendes haben will usw.

00:24:02: In der ganzen Verhandlung heißt er ja ja ja und am Schluss das entscheiden wir nach Kriegsende.

00:24:09: Und so bleibt es dabei, dass der Verein Haus der Jugendbesitzer diese Immobilie ist.

00:24:14: Und ich glaube dann Ende der Dreißiger konnte das auch nochmal vergrößert werden?

00:24:18: Genau!

00:24:19: Es war schon so, dass ... Der Ursprungsplan der Architekt, das war Frank Thürio, ... ... der das gebaut hatte... Dass dieser Architek ... einen Plan gemacht hatte, den man in zwei Bauabschnitten realisiert hat.

00:24:34: Der zweite Bauabschnitt ist dann auch in die Art und Weise.

00:24:37: der Erste war die Jugendherberge und das Zweite war dann ein Anbau mit einer Kapazität, die dazu führte dass es die größte Jugendherbergdeutschlands war.

00:24:47: Jetzt

00:24:48: ist alles was du so an Informationen herausgefunden hast also diese ganzen Akten und Co.

00:24:53: Die sind ja dann letztendlich.

00:24:55: oder hast du zusammengefasst in eine größere Publikation?

00:24:59: Und da tauchen dann auch verschiedene Name auf.

00:25:00: Karl Lindner, Werner Fischer, Defoei, Theo Walter, Rudolf Brestel, Wilhelm Polikkeidt... Was sind das für Menschen?

00:25:09: Warum tauchen die auch darauf?

00:25:10: Was haben sie für eine Runde?

00:25:11: Na, Sie tauchen auf!

00:25:11: Weil bis neunzehnunddreißig ist Edward Gräf, Sozialdemokratischer Bürgermeister, Vorsitzender des Hauses der Jugend.

00:25:21: Mit Dreiein- dreißig wird er erst mittlerweile schon Ponsoniertlandsbürgermeist.

00:25:25: Er ist immer noch Vorsitzende und wird zum Rücktritt gezwungen und dann besetzen stramme Nationalsozialisten den Verein.

00:25:34: Und dazu gehört vor allen Dingen Fischer Defoy, der ist Stadtrat schon sehr früher eintreten die NSDAP, alter Kämpfer wie er sich selbst bezeichnet, der das übernimmt und Lindner ist auch Bürgermeister in Frankfurt ebenfalls NSDap und die besetzen an diese Position.

00:25:53: und Theo Walter, der seit neunzehnzeixundzwanzig Geschäftsführer des Hauses der Jugend war.

00:25:59: Es tritt dann die NSDAP ein.

00:26:10: Wenn man es zum ersten Mal erforscht, einem vielleicht empört, aber dann stellt man fest das ist eigentlich dauernd so.

00:26:17: Es findet keine Aufarbeitung dieser Verstrichungen in der Nationalsozialismus statt.

00:26:23: Der Fischendefeu ist eine strenge Rasse Fanatiker mit entsprechenden Publikationen, behauptet nach fünfundvierzig, obwohl er schon Mitte der zwanziger Jahre die NSDAP eintritt.

00:26:37: Er sei immer dagegen gewesen was geradezu zu lachhaft ist.

00:26:42: und auch die anderen sowohl Theo Walter als auch Bresl, der dann Vorsitzender nachfünfund vierzig wird waren beides NSDRP-Mitglieder auch Brestel schon ab dreiunddreißig.

00:26:56: Die kommen in den Internationalen Beziehungsverfahren ganz elegant davon unbelastet und ein Tag später nach dem Internationalen Verfahren treten sie wieder in städtische Dienste ein.

00:27:12: Na ja, man denkt das ist vielleicht irgendwie was besonders Schlimmes aber wenn man andere Abläufe in der Stadt verfolgt, stellt man fest dass es ganz normal ist.

00:27:21: Das heißt einen Oberbürgermeister Krebs schafft es bis zu seinem Tod, mit der Stadt über seine Versorgungsbezüge zu streiten sagt, ich erwarte Versorgungsbezüge der Höhe eines Oberbürgermeisters.

00:27:38: Das war meine letzte Funktion.

00:27:40: Das hat gar nichts mit meiner Parteimitgliedschaft zu tun was natürlich Harnbüchen ist.

00:27:44: Natürlich wurde er nur als Nationalsozialist-Oberbürgmeister und bis einundsechzig streitet er um seine Rentenansprüche und sitzt keinen einzigen Tag im Gefängnis und wird auch dafür das unter seiner Regie zehntausend jüdische Frankfurter in die Deportationslage gebracht wurden verurteilt.

00:28:05: Was ist das?

00:28:05: Eine Dimension, die ist ja genauso unbegreiflich.

00:28:07: Ja, es gibt ja... Also ich glaube Friedrich Krebs hatte auch noch nach Fünfhirtzig nicht in der Stadtverordnetenversammlung gesessen.

00:28:17: Ich glaube er hat auch irgendwie politisch weiterhin aktiv oder wollte aktiv bleiben.

00:28:21: Ich krieg's gerade nicht mehr so ganz zusammen.

00:28:23: Hat teilweise auch als Anwalt gearbeitet und ansonsten gibt er eh eine personelle Kontinuität im Frankfurter Gesundheitsamt.

00:28:29: Da wurden dann Leute eingestellt wo man sich irgendwie an den Kopf greift und fragte Wie konnte man einfach solche Menschen irgendwie einstellen, die im Nationalsozialismus halt so negativ gewirkt haben?

00:28:39: Aber da kann man auch stundenlang drüber reden.

00:28:43: Vielleicht sollten wir zumindest noch mal die beiden Namen von den beiden Länden, um die es hier geht.

00:28:50: Also Rudolf Prestl der Drei-Dreißig NSDRP Mitglied wurde.

00:28:58: Der dritt an IGCDU ein und ist dann als CDU-Mitglied in der Stadtwartenversammlung unter anderem auch Jugenddezernent und deswegen ist er automatisch Vorsitzender des Vereins.

00:29:11: Es ist vielleicht auch eine Besonderheit, die es da gab dass gar nicht die Mitglieder den Vorsitzenden wählen sondern das der Vorsitzende des Vereinthaus der Jugend automatisch der jeweilige Jugendezernent war.

00:29:22: Heute ist es anders?

00:29:23: Das heute genauso.

00:29:25: Also der Dezernant oder der Dezenente die Jugend zugeordnet wird

00:29:32: ist

00:29:32: Quersatzung automatisch Vorsitzender oder Vorsitzende des Vereins.

00:29:38: Gut, Bresl wechselt von der NSRP in die CDU und ist dann bis nineteen Sechzechzig Vorsitzenden des Vereines.

00:29:46: Und unter Bresls Zeit nach viertzig kommt es zur Einstellung zweier sehr problematischer Person Robert Ritter und Eva Justin.

00:29:59: beide hatten sich als Zigeunerforscher in Anführungszeichen betätigt und vor allem den Zusammenhang, dass also diese Bevölkerungsgruppen automatisch kriminell sein.

00:30:12: Und das deswegen die Stereolisierung dieser Bevölkerung zu betreiben sei.

00:30:16: Das haben sie aktiv betrieben.

00:30:19: Brestl hat auch den Markel, dass er in der NS-Zeit für ein sogenanntes Zigeunalager in Frankfurt zuständig war.

00:30:27: Dass er organisiert hatte, weil das ja Polizeischutz auch beantragt hatte.

00:30:32: Und das macht es umso problematischer, dass er diese beiden Personen ins Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt einstellt.

00:30:41: Das kann eigentlich kein Zufall gewesen sein, dass ja... Dass er diese Vorgeschichte nicht kannte.

00:30:47: aber da er selber in dieser Hinsicht Probleme hat ging das wohl.

00:30:54: Das ist übrigens erst ganz spät aufgearbeitet worden.

00:30:58: Der Frankfurter Verband hat eines seiner Altenheime nach einer Renovierung in Rudolf-Prestl Haus umbenannt und erst als dann in den neunziger Jahren über die Rolle von Rudolf Prestl diskutiert wurde.

00:31:13: Und ein Auftrag ans Institut für Stadtgeschichte ging das doch mal bitte zu erforschen, ist es dann wieder zurück benannt worden dass der Name verschwand?

00:31:24: Der paritätische Verband Das war die Figur von William Pollichkeidt.

00:31:33: Er war kein ADSDRP-Bitglied, der kam also dann als allererster Mal für ein Jahr dran.

00:31:39: War aber eine absolute Rassetheoretiker hat noch mit den wohnsitzlosen Menschen, was mit denen zu basieren hätte publiziert und auch dort hat es lange gedauert bis dessen Rolle im Nationalsozialismus problematisiert worden ist.

00:31:56: dass in der Nähe der heutigen Uniklinik liegende Haus Fortbildungsstätte des paritätischen Verbandes hieß Wilhelm Pollichkeithaus.

00:32:05: Und es gab auch eine Wilhelm-Polligkeit Medaille, das paritätische Verbands.

00:32:09: und erst nachdem diese Publikationen im Nationalsozialismus thematisiert wurden, auch in den neunziger Jahren wurde das Haus wieder zurück benannt und die Verleihung der Medaillie wurde eingestellt.

00:32:21: Das ist wenn man auf die Webseite des Paritätischen Verbands guckt Es gibt eine eindeutige Distanzierung, dass die Technik laut.

00:32:28: wir distanzieren uns von unserem Gründer Willhelm Pollichkeit und da wird in aller Offenheit mal dargelegt aus welchen Gründen man sich auf diesen Mann nicht mehr berufen kann.

00:32:38: Aber das passiert wie gesagt erst Jahrzehnte später.

00:32:41: Das ist aber auch so der Wahnsinn was es quasi alles

00:32:43: ...

00:32:45: so erst zwar im Nachgang auch irgendwie schafft, ... ... also wirklich sonst tageslich zu kommen oder was dann auch aufgearbeitet wird.

00:32:50: Ich habe es ja am Anfang auch gesagt, ... …also so einen AHA-Effekt den ich auch hatte... ... nicht einmal aus der Jugend aber wo du maßgeblich dran beteiligt warst ist einfach….

00:33:00: Also viele kennen dieses Haus als Villa Kennedy an der Kennedy Allee,... ...aber dass das eigentlich diese ursprüngliche Villa Speyer war und was da alles so hinten dransteckt bis es dazu kam, ist halt auch unfassbar, ja?

00:33:10: Aber da gibt's ja tausende Beispiele für

00:33:13: mich.

00:33:14: war ja damals in früh Rente gegangen und überlegte, ob ich mich nicht mit einem Projekt bei der Stiftung Statthalys Drogger beteiligen könnte.

00:33:28: Und na was macht man so?

00:33:30: Was liegt in der Nähe?

00:33:31: Dann habe ich mal nachgeguckt okay was ist von dem Haus bekannt?

00:33:36: und dann stand damals noch in der Literatur Baujahr four Bauherr Georg Speyer.

00:33:46: Da musste ich jetzt nicht nachgucken, um zu wissen dass das nicht stimmen konnte.

00:33:49: Den Georg Speyer war in den Jahr neunzehnt eins gestorben und als ich dann auch fand damals war das Hotel ja schon fertig.

00:33:58: Das ist ja zwei tausend sechs zur Weltmeisterschaft Fußball-Weltmeistersschaft eingeweiht worden kam ein Nachfahrer der eine Nachfahrerin einer Enkelin zurück die dort einen Hotelprospekt vor fand in dem drin statt Gebäude sei durch Schenkung an die Universität, an die Stadt Frankfurt gekommen.

00:34:20: Und damit war mir schon klar hier findest du etwas heraus dass ich damit aber dann diese gesamte Mirschliste mit den Hundertseptzig Immobilien gefunden haben, die ja nicht versteckt waren, aber offensichtlich hat vor mir niemand Depressanz dieses Dokuments Erkannt.

00:34:37: und insofern freue ich mich auch, dass durch die Publikation Villa Kennedy die Stadtverorten Versammlungen im einen dreihundertausend Euro bewilligt haben um den Gesamtkomplex dieser Arrisierung durch die Stadt Frankfurt zu erforschen.

00:34:49: Das ist eine Aufgabe die beim Fritz Bauer Institut liegt und die Pubifikation soll im Herbst sechsundzwanzig veröffentlicht werden.

00:34:57: Krass!

00:34:58: Also vielleicht aber an der Stelle noch, weil du es eben gerade gesagt hast bevor wir zurückkommen zu Maus Jungt.

00:35:02: Mierschliste?

00:35:03: Vielleicht kannst du gar noch erklären was man sich unter dieser Mierschliste vorstellen muss?

00:35:09: Es ist so dass... ...Wir werden sicherlich Ärger kriegen das was wir den Juden alles weggenommen haben.

00:35:27: ich brauche meine Aufstellung und sagt Miersh Das kann nur ich.

00:35:32: Ich habe nämlich diese ganzen Erwerbungen, vormal waren das alles Ankäufe.

00:35:37: Gibt es richtige Urkunden darunter?

00:35:39: und Adolf Mirsch war der Beauftragte der Stadt.

00:35:44: aber es geht.

00:35:45: in all diesen Hundertseptzig Fällen geht es um Ankäuve die unter Druck und Unterwert erfolgt sind... ...ich hab's ja jetzt nicht alle erforscht, aber ist es klar?

00:35:57: ohne Der Nationalsozialismus in die verfolgende jüdischen Bevölkerung wären diese Immobilien niemals auf dem Markt gewesen.

00:36:04: Nur dann war klar, spätestens nach den Novemberprogrammen.

00:36:07: jetzt müssen wir abhauen und die Leute haben zum Teil so ganz schlechte Bedingungen diese Immobilien abgeben müssen.

00:36:15: Und die Aufstellung Machtmirsch das ist die Liste die er im Sommer fünfundvierzig anfertigt und er schreibt auf das Deckblatt vorne drauf nach welchen Regeln alle völlig legal sein, schreibt also drauf bis am Schluss Gesetz zur Einziehung des jüdischen Vermögens.

00:36:34: Also auf der ersten Grundlage wird begründet warum das alles ganz legale Erwerbungen sein und daran kann man eigentlich auch ganz gut sehen.

00:36:43: oder?

00:36:43: es war für mich der prägenste Eindruck dass den Nationalverstärkismus auch funktioniert ohne NSDRP-Mitglieder.

00:36:52: Mirsch war Bürgermeister in Fechenheim Wurde durch die Eingemannung mit der Arbeitslosung, brauchen Posten in der Stadt.

00:37:00: Kommt in die Mannschaft von Ernst-Mai.

00:37:02: Wirkt als Baurat.

00:37:04: Dann kommen die Nationalsozialisten.

00:37:06: dann sagt er ach ich war eigentlich auch immer schon gegen diese Flachdächer und bleibt Baurat.

00:37:14: Und dann ist er für die ganzen Arisierungen der deleitende Akteur.

00:37:19: und nach fünfundvierzig sagt er was waren die damals Rechtslage?

00:37:24: so war das.

00:37:24: Ich habe nur meine bürokratische Arbeit gemacht.

00:37:28: Und er bleibt dann im Amt, bis hier in den Anwesenden, noch als Baurad stirbt.

00:37:34: Damals ist ja gerade eine Siedlung im Bau, die Wetter nach ihm benannt, bis heute die Adolf-Mirsch-Siedlung und die

00:37:41: Adolph-Mirschstraße.".

00:37:42: Also man kann auch glaube ich unfassbar lange über diesen reden... Man sagt ja auch, der Hemmjisch ist so quasi der Mann in drei Systemen, der irgendwie das immer geschafft hat also Weimarer Republik Nationalsozialismus, dann auch einer späteren Bundesrepublik Deutschland, genau wie du so sagst, So durchgeschlängelt.

00:37:58: Das sind einfach Bürokraten, die betrachten sich als unpolitisch und sie sagen für uns gelten immer jeweils Geld in den Regeln und die befolgen wir und das ist in Ordnung.

00:38:08: Bevor wir da weitermachen... Auch wenn es super spannend ist auch die Villa Speyer, dann muss ich dich zu begeistern, dass wir uns zusammensetzen.

00:38:16: Jedenfalls das Haus der Jugend!

00:38:19: ...Wird dieses Haus dann zu Kriegsende von den US-Amerikanern beschlagnahmt?

00:38:23: Was bedeutet das jetzt konkret auch für den Verein für dieses

00:38:26: Haus?!

00:38:27: Die Jugendherberge war mit dem Kriegsbeginn de facto zum Erliegen gekommen.

00:38:32: Es wurde dann auch schon beschlagnahmt, das war dann also eine Art Katastrophenschutz dort untergebracht.

00:38:39: Auch Zwangsarbeiterinnen waren da darunter gebracht aber mit der Beschlagname der US-Hermäe die ja nicht nur das eke Farbengebäude und die Römerstadt und Holzhausenviertel, Wohnungrequireter, sondern sie hat auch das ziemlich intakte Haus der Jugend an Donbursch requiriert und damit war es weg.

00:38:59: Das heißt, der Verein Haus der Jugend was war Eigentümer dieses Hauses?

00:39:02: Was war beschlagnahmt?

00:39:03: Und es gab keine Chance dass man an das Haus herankommen konnte.

00:39:09: Trotz allem entsteht dann ein neues Gebäude quasi neues Haus der jugend und das befindet sich auch noch am Mainuferchen Sachsenhausen wie Kramsatz.

00:39:19: Ja

00:39:20: also es gibt anfänglich die Protokolle sind alle noch da.

00:39:25: Theo Walter telefoniert mit der amerikanischen Besatzung und immer so, ja können wir das nicht zurückkriegen?

00:39:30: usw.

00:39:31: Und die sagen dann ne ne, das brauchen wir noch.

00:39:34: Die hatten dort auch ein amerikanisches Kino eingerichtet.

00:39:38: Es war schon vorher in Kino drin weil er einen ausgebompten Film-Lichtspielbetreiber aus der Kaiserstraße dort provisorisch untergekommen ist.

00:39:47: Das haben da ihre Amerikaner gerade weiter genutzt und gesagt nee, nee, wir brauchen das.

00:39:50: Das behalten wir.

00:39:52: aber dann wurde signalisiert Wir geben euch die Startfinanzierung für ein neues Gebäude.

00:39:58: Und so kommt es dann auch aus dem McCleufon, aus dem auch das Studierendenhaus in Frankfurt gebaut wurde wird dann... Das ist die Anschubfinanzierungs für das zweite Haus der Jugend.

00:40:10: und dann geht's mit einmal ganz schnell nämlich dieses Grundstück vor dem Kuhirrtenturm Richtung Main.

00:40:17: Da gibt es Aufnahmen seit dreißiger Jahren.

00:40:19: da ist es ein Spielplatz.

00:40:20: nach dem Krieg war hier alles ziemlich demoliert, auch der Q-Hitenturm stand nur zu drei Vierteln.

00:40:26: Man hat dann dieses Grundstück hier genommen was jetzt gar nicht so weit weg war von der Planung die es unter Elsäße schon mal gab.

00:40:33: das wären euch nur zweihundert Meter weiter gewesen.

00:40:36: In den Sechzigern bis Achtinge also das Bedingste ist.

00:40:38: anders gesagt dass Haus wird gebaut und dann entwickelt sich diese Gebäude hier kann man sagen schon zur größten Jungterberge in Deutschland oder?

00:40:48: Man ist auf dem Weg dahin, das geht dann relativ schnell.

00:40:50: Also in den sechziger Jahren ist man die größte Jugendherberge Deutschlands und man hat dann die höchste Übernachtungszahl, die man jemals erreicht, ist eine neunzig mit einhundertsechzehntausend Übernachdungen in einem Jahr.

00:41:03: Das ist eine Marke, die wird wahrscheinlich nie mehr gerissen werden weil Da gab es ja noch etliche zwölf Bettzimmer und so etwas ohne Dusche, ohne WC.

00:41:13: Also heute würde man auch mit hundert Prozent Auslastung diese Hundertsechzehntausend über Nachtungen nicht mehr zustande kriegen.

00:41:19: Dann kann ich sagen hier mein Ufer entwickelt sich irgendwie das Haus prächtig.

00:41:24: Das andere ist von den US-Amerikanern in Beschlag Und dann passt die Tier in den sechzehn bis achtzeiger Jahren ja nicht nur dass hier Menschen schlafen sondern Es wird auch so eine Art internationaler Treffpunkt für verschiedene politische Gruppen Pierung unter anderem auch der iranischen, studenten Opposition.

00:41:40: Warum?

00:41:40: Also warum sind solche Gruppierungen dann auf einmal hier zu fern?

00:41:43: Das Haus hatte schon immer eine Doppelfunktion.

00:41:46: Es bot jede Menge Schlafmöglichkeiten, günstige Schlafenmöglichkeit und es hatte viele Räume, auch große Räumen in denen man Konferenzen machen konnte.

00:41:59: So ein Gebäude gab's in Frankfurt eigentlich kein zweites Mal.

00:42:02: Es gab zwar Versammlungsräume aber keine Übernachtungsmöglichkeiten ohne Übernachdungsmöglichkeiten ohne Versammungsräume Und für die iranische Opposition war es insofern ideal, weil sie konnten sich hier treffen ohne dass jeder persönlich einen Meldeschein ausfüllen musste.

00:42:22: Das ist ja bis heute so – wenn die Schulklasse kommt wird dann nicht jeder mit Namen aufgenommen sondern da schreibt der Lehrer hin und das sind dann so viele Schülerinnen und Schüler und dann stehen die drauf.

00:42:31: Und das war nicht für die iranische Opposition fundamental wichtig, weil der iranischen Geheimdienst natürlich spielend geschafft hätte an die Meldenscheine der oppositionellen Studenten zu kommen und damit ihre familiären Verbindungen in den Iran auch herauszubekommen.

00:42:47: Insofern war das ganz wichtig.

00:42:49: Das führt auch einmal zu einem massiven Konflikt, dass nämlich die Stadt Auf die Idee kommt, wir brauchen doch eine Person.

00:42:57: Die Meldesschein von jedem weil sie kommen ja gar nicht als Gruppe an sind.

00:43:00: Sie kommen ja als Individualreise nur und treffen sich hier nur.

00:43:04: das führt auch zu einem Polizeieinsatz im Haus.

00:43:07: der Heimleiter der versuch dazwischen zu kriegen kriegt mit dem Gummiknüppel ein zu über den Kopf Und schreibt einen Impörtenbericht der sich machiv erhalten hat indem er schreibt Das was dort passiert wäre mit der mit der Polizei So schlimm sei es sogar im Nationalsozialismus im Haus der Jugend nicht gewesen.

00:43:25: Also er ist völlig empört über diesen Gummiknüppel, den er da überbekommen hat weil er versucht die Polizei davon zu hindern die Studenten festzunehmen.

00:43:35: Es war aber nicht nur die iranische Opposition hier sondern hier waren ja verschiedenste Ereignisse.

00:43:40: wenn man sich so die Jahrzehnte mal anschaut bis heute vielleicht kannst du mal einen kleinen Abriss geben was hat hier alle stattgefunden wo man sich vielleicht auch denkt was das war hier?

00:43:49: Ja, es ist wirklich erstaunlich was hier stattfindet und das ist ja auch.

00:43:54: im lauf der zeit entwickeln sich dann offensichtlich auch ein gewisses profil des hauses.

00:43:58: Es ist ja nicht dass das haus der jugend zu diesen veranstaltenden eingeladen hat sondern Das war einfach zufällig als leute sagten wir wollen ins hause der jugende gehen ums Zu treffen.

00:44:08: also die erste bundesfrauenkonferenz überhaupt findet in frankfurt im haus jungen stadt.

00:44:16: Die Debatten über die Startbahn West in Frankfurt finden im Haus der Jugend statt.

00:44:22: Der brühmde Aufruf zur Blockade einer Autobahn wird hier im Haus des Jugend diskutiert.

00:44:31: Es findet dann auch, dass es vielleicht das Erstaunlichste gewesen ist, die allererste internationale Wikipedia-Konferenz in Frankfurt statt.

00:44:39: Da ist Jimmy Wales, der Gründer hier Und da sind vierhundertfünfzig Leute aus fünfzig Ländern um diese erste internationale Konferenz durchzuführen und das Haus hat kein Internet.

00:44:52: Das heißt, hier vom Haus der Jugend wird eine Richtfunkstrecke zum Bankenviertel gebaut wo dann ein Sponsor eine Fünf-Megabit Leitung zur Verfügung stellt mit der diese Konferent hier stattfinden kann.

00:45:09: Das war Zwei-Tausend-Fünf!

00:45:10: Jetzt gab es diese ganzen verschiedenen Ereignisse.

00:45:13: passiert das, dass in den neunzehnten und neunziger Jahren die Amerikaner, die US-Amerikanern, die Soldaten mehr und mehr auch aus Frankfurt wieder abziehen.

00:45:21: Und damit wird auch das ursprüngliche Haus der Jugend am Dornbrüsch wieder frei.

00:45:26: Geri kommt zurück im Besitz des Vereins... Was bedeutet das jetzt konkret?

00:45:31: Jetzt hat man auf einmal zwei Häuser!

00:45:32: Wie geht man da mit um?

00:45:32: Ja,

00:45:33: zunächst mal ist es ein massives Problem denn seit war das Besatzungsstatut ausgelaufen und seitdem war die USME regulärer Mieter in dem Haus.

00:45:43: Das heißt es flossen jährliche Mietzahlung, da geht's am Anfang um so die Größenordnung von fünfhunderttausend DMG also eine halbe Million DMG, die als Mieteinnahmen hier an das Haus im Deutschlandufer fließen.

00:45:57: Das ist natürlich eine wunderbare Sparwüchse für den Verein Haus der Jugend, weil er muss nicht nur von seinen laufenden Einnahmen hier leben sondern hat eine halbe Million pro Jahr die ihr in dieses Haus investieren kann.

00:46:09: Mit der deutschen Einigung und dem Abzug der US Army entfallen diese Mieteinnahmen.

00:46:15: jetzt steht der Verein vor dem Problem wer sind die neuen Mieter?

00:46:20: Und es gibt viele Diskussionen wer hier rein könnte.

00:46:25: Es gibt dann vor allem eine Diskussion über den Frankfurter Jugendring.

00:46:29: Der Frankfurter Jugendring will selbst in das Gebäude, als Büro nutzen.

00:46:34: Und der Frankfurte Jugendring wird endlich die Idee einer Anne Frank-Jugendbegegnungsstätte realisieren und es gibt im Historischen Museum eine Ausstellung zur Anne Frank, die auch datieren soll.

00:46:49: Dann entscheidet der Verein ja dass beim Jugendring ist gut was machen wir?

00:46:54: Die bezahlen nur eine reduzierte Miete.

00:46:57: Zweitens das mit der Jugendbildungsstätte Anne Frank, das finden wir auch gut.

00:47:01: Das Subventionieren wird dadurch dass wir auch die Hälfte der Miete selber tragen also nur die hälften der Miedeinnahmen verlangen und wir sponsern die Ausstellung zu Anne Frank dadurch, dass wir die dafür benötigte Fläche kostenfrei zur Verfügung stellen.

00:47:17: Also wenn man so will ist es ein dreifaches Sponsoring aus der politischen Überzeugung des Hauses der Jugend heraus.

00:47:25: das in einem neuen Haus zu machen Das reicht aber weit nicht aus.

00:47:29: Es geht hier über viertausend Quadratmeter, die zu vermieten sind und es wird dann nach Landverhandlungen entschieden dass das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung das bisher zerstreut in Frankfurt in verschiedenen Orten sitzt In dem Haus zusammenzuführen.

00:47:46: Dieser Mietvertrag wird da unterschrieben.

00:47:51: Der hat allerdings einen kleinen Haken der sich in der Geschichte auswirken wird weil dort steht drin falls der Bonn-Berlin Vertrag muss um Kompensation für Regierungseinrichtungen, die von Bonn nach Berlin gezogen sind.

00:48:08: Dazu kommt dass das DEE nach Bonn umziehen muss dann dürfen wir den Mietvertrag vorzeitig kündigen.

00:48:14: Das wird damals irgendwie unterschrieben.

00:48:16: man hofft es geht ihm wie gut.

00:48:17: aber genau das passiert also.

00:48:19: es führt dann dazu dass zwei tausendzwei des DEE den Miedvertrag kündigt und kündigern kann Und jetzt wiederum neue Mieter gesucht werden müssen.

00:48:27: Dann wird nochmal umgebaut und modernisiert, dann gelingt es schließlich zur heutigen Lösung zu kommen.

00:48:34: Das heißt vor allem dass Seniorenrat aus der Stadt Frankfurt den größten Teil der Fläche belegt.

00:48:40: Jugendring, Jugendbegegungsstätte, Ausstellung an Frank, das bleibt alles erhalten!

00:48:46: Das heißt, dafür ist eine Nutzung dann gefunden worden.

00:48:50: Und auch hier im Haus der Jugend – ja mein Uf hat sich viel getan.

00:48:53: in den Zwei-Tausendzehnern Jahren kam es zu umfangreichen Umbauten.

00:48:57: Dann aber schlägt Anfang zwanzig-zwanzig wahrscheinlich die Corona-Pandemie rein.

00:49:02: Kannst du so ein bisschen zusammenfassen was hat die Corona Pandemie mit dem Haus oder generell hiermit gemacht?

00:49:09: Also das gab ja im Haus des Jugend über die Jahre weg immer einen bestimmten Trend.

00:49:14: Weg von Großschlaf-Sälen ohne fließendes Wasser, ohne Toilette hin zu zweier und vier Bettzimmern mit eigenem Bad und eigener Toilett.

00:49:25: Das heißt hier ist immer wieder umgebaut worden.

00:49:29: auch das Stichwort Barrierefreiheit spielt eine Rolle.

00:49:31: Das heisst es ist dann dafür gesorgt worden dass heutzutage fast alle Flächen im Haus barrierefreie erreichbar sind Dass es dann immer ziemlich kostenintensiv wenn man da solche Aufzüge bauen muss.

00:49:45: Und die größte Modernisierungsmaßnahme gegenüber dem ursprünglichen Plan war die Errichtung eines Turms vor der eigentlichen Jugendbildungsstätte, der oben einen Skyline Deck aufweist mit einem wunderbaren Blick über die ganze Stadt.

00:50:00: Also wahrscheinlich an der attraktivsten Veranstaltungsräume, die Frankfurt überhaupt zu bieten hat.

00:50:07: und das war jetzt alles realisiert.

00:50:12: Natürlich ging die Belegung zurück.

00:50:13: Man hat immer im Bestand umgebaut, das heißt musste bestimmte Flügel lahmlegen dafür für Bauarbeiten und insofern ging die Übernachtungszahlen auch zurück.

00:50:23: Und jetzt als man fertig war und starten konnte kam Corona zwangsweise Schließung des Hauses massive Absagen aller Gruppen.

00:50:32: alle Schulklassen sagten ihre Buchungen ab.

00:50:35: Ich konnte mir auch keinen Regress wie fordern, weil gesetzlich war das ja alles quasi fast vorgeschrieben.

00:50:41: Dass es abgesagt werden musste.

00:50:43: und dann sieht man aber wieder die Qualität eines Stadtnahenvereins der selbstständig agieren kann.

00:50:50: Es ist in kürzester Zeit gelungen andere Nutzung für das Haus zu finden.

00:50:54: Man hat wohnsitzlose Familien Und Frauen, die alleinerziehende Kinder hatte im Haus umgebaut.

00:51:03: Das bedeutete, es mussten Küchen eingebaut werden.

00:51:06: Weil das war ja notwendig, dass sie selber kochen konnten.

00:51:08: Dass ist dann in kürzester Zeit realisiert worden und verbunden mit den Lohnersatzleistungen als Corona-Hilfen ist es dann gelungen, das Haus gerade so durch die Krise zu bringen bis zu ein Zwanzig.

00:51:23: Wie steht das Haus heute da?

00:51:25: Das Haus steht heute super da!

00:51:27: Es ist im Moment komplett renoviert.

00:51:31: Wie ich festgestellt habe, noch ein paar kosmetische Dinge.

00:51:34: Es gibt ein neues Schild am Eingang zu hundert Jahre und es wird auch eine neue Raumbeschriftung geben.

00:51:43: Und ich glaube das die Kombination von günstiger Übernachtungen.

00:51:48: Man braucht zwar einen Jugendherbergsausweis, obwohl das Haus nicht dem Jugendherbergswerks- und im Verein hause Jugend gehört gelten hier die Regeln des Jugendherbergerswerks.

00:51:58: also ohne Ausweis kann man hier nicht übernachten.

00:52:01: Aber die Preise sind nach wie vor günstig und sie sind vor allen Dingen immer gleich.

00:52:07: Viele Hotels in Frankfurt schlagen ja zu Messezeiten massiv auf, das ist hier im Haus der Jugend nicht der Fall.

00:52:13: Und ich habe mit vielen Menschen gesprochen... Wie war für dich das Haus der Jugend?

00:52:24: Es gab es einen häufigen Besucher, der aus Heidelberg kam, der zu mir gesagt hat, dass war für mich ein Ort der Utopie.

00:52:33: Ich wurde lauter Dinge gemacht, die diesen anderen Orten irgendwie nicht gab.

00:52:38: Und also Gleichberechtigung der Frau gibt es über die Jahrzehnte immer wieder Veranstaltungen, Paragraph twohundertachzehn Gewalt gegen Frauen, da sind.

00:52:52: ökologische Gefährdung ist immer wieder ein Thema.

00:52:55: Also hier ist wie die Vorberein von Progdorf Demonstrationen diskutiert und geplant worden.

00:53:03: Auch Verkehrskonzepte, die sich kritisch mit der Konzentration auf flugzeugen.

00:53:09: Autoschefings spielen immer wieder eine Rolle.

00:53:11: Also Start beim West-Diskussion auch dass der ADFC sich hier trifft beispielsweise oder wie ein Beispiel der Wikipedia auch Zukunft des Internet.

00:53:23: so haben sich ... zwanzig Jahre nach dieser allerersten Konferenz noch mal fünfzig Leute hier im Haus der Jugend getroffen, so als kleine Erinnerung.

00:53:35: Das war damals unser erster Ort und ich war selbst dabei... ...und da waren eben zehn Personen von den Fünfzig dabei die damals zwei Tosentfünf mit bei diese alle ersten Konferenzen hier im Hause waren.

00:53:48: also diesen Raum hier, diese Räume als Ort der Utopie zu erhalten finde ich gerade in heutigen politischen Zeiten wichtig.

00:53:57: Und es freut mich auch sehr, dass im Vorwort meines Buches sowohl

00:54:02: die

00:54:02: sozialen Jugenddezernentin Elke Feudeln als auch die Chefin des Hauses Friedrich Ekkol beide die Notwendigkeit der Weiterentwicklung dieses Orts als diesen Ort der Utopie betont haben.

00:54:16: Hingeschöne Schlussworte, aber eine Sache muss ich noch fragen.

00:54:19: Wo gibt es diese Publikation?

00:54:20: Wenn man diese ganze Geschichte sich so einmal noch tiefer veränderlichen will.

00:54:23: Weißt du das?

00:54:24: kann man das sagen?

00:54:25: Sie wird jetzt zum ersten Mal am siebenundzwanzig Juni sechs und zwanzig im Rahmen der Veranstaltung die hier im Haus der Jugend stattfindet verteilt.

00:54:34: Sie wird auf der zurzeit neu gestalteten Internetseite als PDF Download ebenfalls verfügbar sein.

00:54:42: Ich würde sagen wir treffen uns In fünfzig Jahren wieder, dann sind's hundertfünfzig Jahre und dann blicken wir darauf zurück wie quasi so diese nächsten fünfzig Jahre sich so ereignet haben.

00:54:52: Du darfst nicht nein!

00:54:53: Wir machen das jetzt hier mit festgeschrieben.

00:54:55: Haben wir irgendwas noch vergessen?

00:54:56: Willst du irgendwas losfahren oder sagst ist dir wichtig?

00:54:58: Mir hat die Arbeit großen Spaß gemacht.

00:55:02: ich war erstaunt auch hier wieder komplett neue Dinge herausfinden zu können.

00:55:07: also sind vorallem Jesus nicht erzählte Also in dieser Konkretion, das nicht erzählte Kapitel.

00:55:12: Dass das erste Haus der Jugend ein Teil des neuen Frankfurt ist aber auch dass sich das Haus in diese Schrift kritisch mit seinen Verstrickungen im Nationalsozialismus jetzt zum ersten Mal beschäftigt.

00:55:27: alles andere was es bisher einen kleinen Verlautbarung unter zwischenwörenden Akten gab sind einfach Dinge.

00:55:34: da war nichts.

00:55:35: wir haben hellgenhaft wie unsere Selbstständigkeit gekämpft.

00:55:38: Niemals ist es eingeräumt worden, dass es hier Verstreckungen im Nationalsozialismus gab.

00:55:42: Das ist mit dieser Schrift jetzt erstmals auch da und da bin ich ein bisschen stolz drauf.

00:55:48: Definitiv!

00:55:48: Kann das auch sein?

00:55:50: Dieter, danke, dass du da warst.

00:55:52: Ich kann wirklich nur empfehlen Werke sich von dir anzuschauen oder auch bei Stadtführung mit dabei zu sein.

00:55:57: Wie gesagt, ich habe mir angefangen auch diese ganze Geschichte der Stadt so näher zu erschließen durch das Buchund um die Villa Speyer.

00:56:07: Danke für deine Arbeit und danke, dass du da warst.

00:56:09: Okay,

00:56:10: gerne!