Damals in Frankfurt

Damals in Frankfurt

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00:00:07: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Damals in Frankfurt, der Podcast.

00:00:10: Heute sprechen wir über einen Mann dessen Lebensgeschichte kaum unglaublich sein könnte – Henry Jäger.

00:00:16: Geboren in Frankfurt-Bornheim als Karl-Heinzjäger wurde er zunächst als Kopf der berüchtigten Jägarbande bekannt.

00:00:22: Nach zahlreichen spektakulären Überfällen wurde er gefasst und zur zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt.

00:00:27: In der Zelle schrieb er seinen ersten Roman heimlich auf Toilettenpapier.

00:00:31: Das Buch wurde ein Bestseller und Jägger zu einem gefeiertem Schriftsteller.

00:00:35: Mehrere seiner Romane wurden hochkarätik besetzt und auch verfilmt.

00:00:39: Diese außergewöhnliche Geschichte hat den Frankfurter Autor Jakob Stein zu seinem neuen Roman schuld und unschuld, die Wandlung des Henryjäger inspiriert!

00:00:47: Wie viel Wahrheit in dem Roman steckt?

00:00:49: Wer Henryjägern wirklich war?

00:00:51: Und warum seine Geschichte bis heute

00:00:52: fasziniert?!

00:00:53: Darüber sprechen wir heute.

00:00:54: Herzlich Willkommen Jakob.

00:00:56: Hallo herzlich willkommen.

00:00:57: Ja komm, erzähl doch mal.

00:00:58: Wer war Henry Jäger so ganz grundsätzlich?

00:01:00: Wir gehen gleich noch ein bisschen tiefer auf seinen Lebensweg ein und warum lohnt es sich heute wieder über ihn zu sprechen?

00:01:07: Henry Järger war ein typisches Kind dieser Vorkriegsähre der Weimarer Zeit.

00:01:14: Er ist neunzehundzwanzig geboren und musste dann als junger Mann Den Krieg hat also all diese schrecklichen Erlebnisse mitgemacht.

00:01:26: Also nicht nur an der Heimatfront dienen müssen als Flagghelfer, sondern war auch wirklich noch an die Front geschickt worden.

00:01:32: Der Krieg spielt ja auch heute eine große Rolle wieder bei uns in unserem alltäglichen Leben.

00:01:37: und vielleicht gibt es auch so ein bisschen das Gefühl wie es ihm damals ergangen ist als junger Mann, siebzehn Jahre an der Front zu stehen und dann vor allem später auch wieder in das völlig zerstörte Frankfurt zurückzukommen.

00:01:50: Jetzt gibt es total viele Persönlichkeiten in Frankfurt, über die man so stolpern könnte.

00:01:54: Wie bist du jetzt ausgerechnet auf seine Geschichte gekommen?

00:01:58: Auf ihn bin ich im Rahmen eines anderen Buchprojektes gestoßen.

00:02:03: Wir hatten mal eine Antologie über das Frankfurter Bahnhofsviertel veröffentlicht.

00:02:08: Da waren unterschiedlichste Autorinnen und Autoren zu Wort gekommen Und einer der Beteiligten ... wies mich dann darauf hin, wenn es ein Buch über das Bahnhofsviertel gibt... ...dann muss da unbedingt einen Text von Henry Jäger mit dazu.

00:02:23: Und mir sagte bis dahin dieser Name gar nichts und habe dann auch natürlich völlig naiv gefragt... ...Henry wer ist das?

00:02:30: Kenne ich nicht!

00:02:33: Der Peter Zingler war das der mir das erzählt hat,... ...der ja eine ähnliche Biografie hat.

00:02:39: Dann fing ich an... ... mich über Henry Jäger zu erkundigen.

00:02:45: Ich fing an seine Romane zu lesen, ich habe in seinem Versuch sein Leben... ... mir zu verdeutlichen und ich hab dann auch seinen Sohn kennengelernt.

00:02:53: Ich bin dann sozusagen wirklich seinem Leben

00:02:55: gefolgt.".

00:02:57: Und also bist du schnell eigentlich auf Information gestoßen jetzt so abseits der Bücher.

00:03:01: oder war das schon eine schwierige Art da zu buddeln?

00:03:04: Das war ne sehr schwieriger Art weil Henry Järger hat ... den Großteil seines Lebens dann ja gar nicht mehr hier in Frankfurt verbracht, sondern erlebte... ...in diesem herrlich schönen Ascona am Largo Maggiore.

00:03:18: In der Künstlerkolonie, ähm ... ... nineteenhundertsechzig ist er dahin gezogen.

00:03:23: Ähm allerdings ist er im letzten Jahren sehr verarmt und seine letzte Wohnung wurde ich nenne es mal so äh.

00:03:35: geräumt Und mit dieser Räumung sind alle seine noch verbliebenen privaten Notizen oder vielleicht auch Gegenstände.

00:03:48: Es ist alles verschwunden, es ist eigentlich alles ausgeräumt worden und jetzt war von daher gesehen sehr schwierig.

00:03:54: auch Zeitzeugen.

00:03:55: also hier in Frankfurt gab es kaum noch welche.

00:03:57: In Ascona bin ich dann schon auf welche gestoßen Und mein größter Fund waren dann die noch vorhandenen Gerichtsakten über die Jägerbande.

00:04:10: Auf die bin ich im Landesarchiv des Landes Baden-Württemberg gestoßen und die Waren noch komplett vorhanden.

00:04:18: Dann gehen wir da gleich tiefer rein, bevor wir das machen.

00:04:20: Das eine ist ja eine historische Person irgendwie kennenlernen und sich dieser Person nähern.

00:04:27: Du hast ja dann scheinbar so fasziniert, dass du da auch Romane draus gemacht hast.

00:04:30: Also wie kam es denn dazu?

00:04:32: Weil er wenn man seinem Leben wirklich folgt hat eine so ungewöhnliche Lebensgeschichte.

00:04:38: das mir fällt keine andere ein und viele die davon hören glauben auch zunächst einmal sein ganzes leben ist ein erzählter roman oder ist ein drehbuch für irgendeinen spielfilm oder sowas.

00:04:50: aber bei ihm hat sich das alles so zugetragen.

00:04:54: also von Dieser Kleinkriminalität über nachher seine Berühmtheit als Bandenschiff.

00:04:59: und dann dieser unglaubliche Wechsel auf die Seite der Schriftstellerei des Literatentums oder eben nach Ascona in die Künstlerkolonie dort mit Leuten wie Remarck, wie mit Erich Kästner, wie Hans Habe.

00:05:13: Oder Werder damals alles ein- und ausging.

00:05:17: Helmut Zararias war ein ganz enger Freund von ihm.

00:05:22: Ja, wie soll man sagen?

00:05:23: Sein Lebens waren wirklich mehrere Leben kann man so sagen.

00:05:27: Dann gehen wir da tiefer rein!

00:05:29: Wir fangen mal an mit seiner Kindheit seiner Jugend... Wie ist der in Frankfurt-Bornheim aufgewachsen?

00:05:35: Was weiß man darüber?

00:05:37: Er kam aus ganz einfachen Verhältnissen geboren in der Fächenheimer Straße.

00:05:42: Seine Eltern waren... Wie soll man das sagen?

00:05:47: Es war keine glückliche Ehe.

00:05:50: Sie haben sich häufig gestritten.

00:05:51: Es gab eine sehr große Eifersucht seitens der Mutter zum Vater, sie hat ihm ständig vorgeworfen er hätte Weibergeschichten.

00:06:01: Woran wohl auch was war?

00:06:04: Umgekehrt war der Vater jemand der ... Er musste nicht in den Krieg, er war vom Wehrdienst freigestellt weil er sozusagen hier an der Heimatdienst leisten musste und er hatte sicherlich viele Gelegenheiten damals als alle Männern an der Front oder im Krieg waren, Weibergeschichten oder Frauengeschichten anzufangen.

00:06:27: Er war so eine Art Klempner.

00:06:28: also er hat auch viele Hausbesuche gemacht und von daher gesehen ist da wohl einiges stimmt da wohl auch.

00:06:36: Naja in diesem Zwist ist der Karl Heinz hineingeboren worden.

00:06:41: Er beschreibt das auch in einem seiner Romane sehr lebhaft diese täglichen Streitereien.

00:06:47: Der Vater hat dann mitten im Krieg, in two forty-two auch die Familie verlassen wegen einer anderen Frau.

00:06:52: Also Karl Heinz so wie er damals noch hieß und seine Mutter allein gelassen was natürlich auch ein harter Schritt war wenn man sich die Umstände anschaut.

00:07:01: danach fing es ja erst richtig an dass der krieg also vor allem in Frankfurt wütete.

00:07:06: Und Ja also so muss man sich das vorstellen und er wurde da noch.

00:07:11: der karl heinz würde dann noch über die Hitler-Jugend, über den Heimatwehrdienst und so weiter.

00:07:20: wurde er dann noch wirklich als siebzehnjähriger zum Soldaten ausgebildet und an die Westfront geschickt.

00:07:26: Da kommen wir gleich zu vorher vielleicht nochmal in Frankfurt-Bornheim bleiben.

00:07:31: Existiert das Wohnhaus noch oder das Geburtshaus an dem er gelebt hat?

00:07:34: Ja, das ist noch vorhanden.

00:07:35: es ist auch seit einigen Jahren gekennzeichnet mit einer Plakette dass er dort geboren wurde Und man kann das... Es ist ein unscheinbares Haus.

00:07:46: Das ist ein mehrstöckiges Haus, typisch für dort die Gegend in der Nähe des Ostparkes, die ja eher damals auch so eine Art Arbeiterviertel war.

00:07:58: Ich finde es mir so faszinierend, wenn sowas noch heute existiert.

00:08:00: Wenn du quasi da so vorbei spazierst und dann so versuchst irgendwie zu verinnerlichen... ...der war in dem Fall irgendwie Karl-Heinz Jäger der auch als Kind vorbeigelaufen ist.

00:08:07: Ich finde das immer so spannend, wenn das dann doch irgendwie so mehr oder weniger da ist.. ..und man halt einfach jetzt irgendwie ein bisschen halt weiter in der Zeit gesprungen ist.

00:08:14: Richtig!

00:08:14: Und man muss sich dann auch ganz oben nach oben orientieren.

00:08:18: also er wohnte mit seiner Mutter im obersten Stockwerk, also unmittelbar unterm Dach Und was eben auch noch interessant ist, dabei ist das Nachbarhaus.

00:08:29: Weil dort wohnten zwei Brüder Horst und Willi Korbmacher Und mit diesen beiden war er von Kindesbeinen an befreundet.

00:08:41: Also sie sind wirklich nebeneinander aufgewachsen und diese beiden spielen natürlich später.

00:08:46: in seinem, wo wir vielleicht gleich hinkommen, in seiner kriminellen Karriere, spielen diese beiden Brüder eine ganz ganz wichtige Rolle.

00:08:53: Das ist ein guter Cliffhanger.

00:08:54: zu in ein paar Minuten.

00:08:56: Vorhin noch das Sie mir auch angedeutet... Henry Jäger wird oder Karl-Heinz Jäge, der wird als siebzehnjähriger eingezogen muss quasi in den Krieg.

00:09:05: Was weiß man über die Zeit so im Krieg?

00:09:06: Oder auch über diese erste Nachkriegszeit

00:09:09: also über die zeit im kriegt das hat er auch ein eins zwei romanen verarbeitet und angedeutet.

00:09:15: es gab zwei wohl wirklich sehr schreckliche erlebnisse wo ja auch vor kurz um haresbreite dem tot entronnen ist ist dann bei nächster Gelegenheit übergelaufen.

00:09:29: So schildert er es selbst, dass er sozusagen als er die Chance hatte sich in Gefangenschaft zu begeben hat er die ergriffen und ist zu den amerikanischen Streitkräften über gelaufen und wurde dann gefangener war dann kurzfristig am Rhein in einer dieser offenen Gefangenlager untergebracht wurde aber sehr frühzeitig entlassen weil er eben noch sehr sehr jung war Dort in diesem befangenen Lager einen Saatschen, das ist noch nicht so ganz zu ermitteln wer das genau war.

00:10:04: Aber dieser Saatschende hat sich ein bisschen seiner angenommen und hat ihm dann auch unmittelbar nach Kriegsende einen, wie soll man sagen ja eine Anstellung?

00:10:13: Ein Job verschafft und zwar wurde er laborant bei den amerikanischen Streitkräften die damals im IG-Farbenhaus also heute Goethe Universität ihren Sitz hatten.

00:10:25: Den ersten Monaten nach Kriegsende hat er da sozusagen zunächst Aushilfstätigkeiten als Laborant ausgeführt und später versuchte er auch so ein bisschen weiter sich da auszubilden, um vielleicht Chemiker oder sowas zu werden.

00:10:41: Was denkst du so generell aber nochmal blickend auf die Zeit im Krieg oder auch auf diese erste Nachkriegszeit?

00:10:46: Ich meine der ist ja wirklich.

00:10:46: als junger Mensch musste er den Krieg und war dann auch als jungem Mensch halt in Gefangenschaft.

00:10:51: Denkst du, also weißt mal was das für Auswirkungen hatte so auf seinen Lebensweg?

00:10:54: Kann man es irgendwie sagen.

00:10:56: Ja, so merkwürdig ist ich das oder vielleicht hört sich gar nicht so merkwirdig an aber auf jeden Fall hat es in ihm eine ganz tiefe Abscheu gegen Gewalt begründet und das spielt nachher vielleicht noch eine Rolle wenn wir auf die ein zwei oder auf einige seiner kriminellen Machenschaften zu sprechen kommen.

00:11:19: Er hat sich immer zu gut gehalten oder das hat er sozusagen auch für sich und seine Komplizen zum Gesetz erhoben.

00:11:27: Keine Gewalt, also bei keinem dieser Einbrüche oder keinen dieser Raubzüge die sie unternommen haben.

00:11:32: es wird keine Gewalt ausgeübt werden Und das war mit Sicherheit eines der Resultate aus diesen Kriegserfahrungen.

00:11:41: Du hast ja eben auch gesagt, der hatte jetzt nach der Gefangenschaft erst mal einen normalen Job und stand irgendwie auf sichern Beinstand.

00:11:50: Aber er war erstmal quasi so ein bisschen zurück im Leben.

00:11:53: Wie kam es denn dazu?

00:11:53: Dass das dann etwas so getreten hat zu jemandem, der eine Perspektive hatte hin zum Kopf der sogenannten Jägerbande?

00:12:01: Wie es dazu kam, das wäre jetzt auch eine längere Geschichte.

00:12:05: Gabs zwei große Ereignisse.

00:12:07: Das eine war eine Liebesgeschichte.

00:12:09: Er hat sich im Labor mit einer jungen Frau angefreundet und auch verliebt aber ihrem Vater war diese Beziehung nicht recht und es kam dann zum Bruch.

00:12:25: Da spielte auch noch ein amerikanischer vorgesetzter eine Rolle, der auch einen Auge auf diese junge Frau geworfen hatte und damit war Henry dort seinen Job los.

00:12:38: Das zweite war noch während dieser Zeit.

00:12:41: als Laborant hatte er die Möglichkeit über einer Art Klinik GIs zu behandeln.

00:12:51: Das war damals eine, wie soll man sagen den eigentlich was in amerikanischen Streitkräften verboten sozusagen zu fraternisieren also sich mit deutschen Frauen einzulassen.

00:13:03: Was aber natürlich Gang und Gebe war und nicht wenige haben auch das ein oder andere Merkmal davon getragen sprich eine Geschlechtskrankheit.

00:13:13: Und Henry hat dann mit diesem Satschen, der ihm auch diese Stelle verschafft hatte eine Art Privatklinik eröffnet wo sie mit Penicillin diese Soldaten behandelt haben.

00:13:25: Diese Soldaten haben diese beiden dann vor allem den Karl Heinz mit Zigaretten bezahlt und Zigarettern war damals die Währung der Stunde und er beschreibt das auch dass er zum damaligen Zeitpunkt eigentlich Zigarettenmillionär war.

00:13:39: Er hatte mehrere Schränke voll mit Stangen von Zigarettern, weil diese Klinik so unglaublich gut lief der Bedarf so hoch war dass er fast täglich mehrere Stangen Zigaretter eingenommen hat.

00:13:55: Nur ist auch diese Klinik irgendwann aufgeflogen und zwar relativ zeitgleich zu diesem Ende dieser Beziehung, sodass er nicht nur seiner Liebste damals verloren hat sondern er hat sozusagen sein Zigarettenvermögen alles auf einen Schlag verloren.

00:14:09: Und damit stand er eigentlich vor dem Nichts.

00:14:12: Dann hatte sich quasi so gedacht also was er es gedacht.

00:14:14: aber das war der Auslöser umso...

00:14:16: Genau, damit fing er dann an so in diese damaligen Schwarzmarktgeschäfte einzusteigen.

00:14:22: Also es war zunächst mal eine ganz übliche, nenn ich's mal Beschaffungskriminalität.

00:14:27: Wenn also jemand Reifen brauchte, dann wurden halt Reifen, ich nenne das mal organisiert.

00:14:32: Wenn jemand Benzin brauchte wurde benzinorganisiert.

00:14:35: Es gab ja auch ganz einfache Dinge der braucht, die jemand Stoffe.

00:14:37: dann wurden von irgendwo her Stoffen organisiert, sprich es wurde da wo man Stoff vermutet oder wo man wusste, da sind welche wurde eingebrochen, die wurden geraubt und dann auf den schwarzen Markt verkauft.

00:14:49: Und das waren zunächst mal wirklich so Dinge des täglichen Bedarfs... ...und es fing dann aber mehr und mehr an eben auch parallel dass die Wirtschaft oder überhaupt auch die Stadt der Handel wieder Schwungaufnahmen, auf einmal gab es wieder Juweliere, es gab Pelzhandlungen, Teppichhandlung und so weiter.

00:15:09: Und auf einmal kamen immer mehr Einbrüche in solche Geschäfte dazu, das heißt also die kriminelle Karriere nahm plötzlich enorm Fahrt auf und zunächst war er vielleicht gar nicht so sehr der Bandenschiff sondern er war eigentlich so eine Art Ja, Mitläufer der mit anderen zusammen einfach nur Dinge organisiert hat die dann irgendwie verschoben wurden.

00:15:34: Dann hat sich aber mehr und mehr eher als Kopf dieser Bande herausgestellt weil er einfach auch ja wie soll man sagen Er war sehr klug, er war sehr aufmerksam, er konnte Dinge sehr genau beobachten.

00:15:45: Er hat vieles dann auch sehr genau vorbereitet.

00:15:49: ihre Raubzüge waren im Minuten Schnelle war das alles erledigt und sie waren verschwunden.

00:15:55: Und er hat auch immer sehr darauf geachtet, dass sie nicht nur einen guten Fluchtweg hatten sondern dass sie auch Alibis hatten und gute Verstecke hatten usw.

00:16:05: Es war für die Polizei von daher gesehen auch sehr schwierig, sie dingfest

00:16:10: zu machen.

00:16:11: Das heißt, die wurden so auch im Laufe der Zeit immer professioneller.

00:16:14: Haben immer größere Einbrüche oder Raubüberfälle begangen?

00:16:18: Ja sie hatten eine richtige Masche kann man sagen.

00:16:20: also wir standen in erster Linie darin dass es sich ein sehr starkes oder schnelles Fahrzeug beschafft haben.

00:16:28: Man muss sich ja damals auch die Polizei so vorstellen die war ja noch so gut wie gar nicht ausgerüstet.

00:16:32: Die alliierten Misstrauten der deutschen Polizei unmittelbar nach dem Krieg und Wollten ihnen keine Waffen geben, gaben ihnen keine Ausrüstung.

00:16:42: Das heißt die Polizei war zum Teil mit Fahrrädern unterwegs oder mit Fahrzeugen, die so überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg waren also diese ... ich sag mal so VW Käfervorläufer völlig untermotorisiert, viele der Fahrzeuge hatten noch nicht mal Funk und man ist damals der Polizei einfach davon gefahren.

00:17:03: Wenn man das entsprechende Fahrzeug hatte, ist man einfach

00:17:06: weggefahren.".

00:17:07: Und Jäger beschreibt es auch in einer seiner Geschichten wie sie sozusagen sich aus dem Wagen lehnen um nach hinten der Polizei zu winken.

00:17:17: Das heißt, also ist quasi die Wahnsinn erfolgreich und dann kommt das Jahr.

00:17:24: Und der Überfall auf die sogenannte Rentenzahlstelle was so ein bisschen als Wendepunkt gilt.

00:17:29: vielleicht können wir da mal ein bisschen tiefer drauf eingehen?

00:17:31: Was ist die Rentenzahlstelle?

00:17:35: Auch dazu gibt es ja glücklicherweise noch einen Ort, den man in Frankfurt besuchen kann.

00:17:39: Der ist vielleicht auch dem ein oder anderen geläufig Das ist die Eintracht Halle in der Biegung des Öderwegs.

00:17:47: Diese Halle steht ja heute noch wird auch heute noch als Turnhalle genutzt und diese Halle ist wie durch ein Wunder vom Krieg verschont geblieben.

00:17:55: Die stand auch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Und war völlig unbeschädigt und dieser Halle wurde jeweils an den drei letzten Tagen eines Monats zur Auszahlung der Renten benutzt.

00:18:09: Damals wurde ja durch die deutsche Bundespost die Rente noch bar ausgezahlt.

00:18:15: Das heißt, die Rentnerinnen und Rentner mussten dorthin pilgern, stellten sich in Reihe an Die Halle war mit einigen Tischen ausstaffiert worden.

00:18:26: auf den Tischen so Gitternetze vorne dran und hinter diesen Gitter Netzen instapeln

00:18:31: Geld.

00:18:32: Ja und Sicherheitsvorkehrungen gab es so gut wie keine, es stand am Eingang ein Wachmann, es stood am Ende der Halle ein Wachtmann.

00:18:40: das waren aber pensionierte Postbeamte die hatten auch gar keine richtige Ausbildung, sie hatten auch man kann fast sagen keine Waffen.

00:18:48: und das hat aber auch vielleicht so ein bisschen den Hintergrund dass sich keiner vorstellen konnte dass eine solche Einrichtung überfallen würde Weil es selbst im kriminellen Milieu war das ein Tabu.

00:19:00: Man überfiel so etwas nicht, weil ja auch die Ganoven hatten ja auch Eltern und Großeltern, die ihre Rente vielleicht dort abholten Und von daher gesehen war das so eine Art.

00:19:13: Ja dass tut man nicht.

00:19:13: also das Widersprach der Ganovenehrer

00:19:16: Es ist ein bisschen kurios.

00:19:17: auf der einen Seite quasi hier ist okay was zu klauen da ist es nicht ok aber gut sowas gibt's.

00:19:24: Das heißt, da kam es eben zu diesem Überfall.

00:19:26: Weißt man wie viel Geld erbeutet wurde?

00:19:30: Ja das weiß man sogar sehr genau.

00:19:32: Es wurden circa achtzig tausend D-Mark erbeutet.

00:19:37: dazu muss man vielleicht auch wissen was das damals für eine unglaubliche Summe war.

00:19:43: ein durchschnittes Gehalt eines Arbeiters oder Einkommen eines Arbeiter lag bei drei bis dreieinhalb Tausend d Mark im Jahr.

00:19:55: Das heißt, mit diesem Raubzug hat die Bande im Prinzip über ein zwanzigfaches Jahrseinkommen erbeutet.

00:20:07: Und das war für die damalige Zeit unglaublich und es war auch der bis dahin größte Raubüberfall in der noch relativ jungen Geschichte der neuen Bundesrepublik.

00:20:17: Ach krass, das heißt aber dann spätestens ab diesem Zeitpunkt hat die Polizei wahrscheinlich noch mal intensiver versucht Henry Jäger und Komplizen eben entsprechend festzunehmen.

00:20:24: Die Komplizien, das waren wahrscheinlich auch die Brüder oder doch die Bruder aus der Kindheit, die nebenan gewohnt haben?

00:20:30: Genau.

00:20:31: Wie kam es denn zur Festnahme?

00:20:32: Wie lange hatten das noch gedauert?

00:20:34: Oder ist generell gedaubert?

00:20:35: Ja also es sind zwei Dinge passiert.

00:20:37: natürlich hat die Polizei... Also das Entsetzen war bei der Polizei groß.

00:20:42: Es war in der Öffentlichkeit groß Wie eben schon beschrieben, es war auch im Milieu groß groß.

00:20:47: Das heißt die Bande wurde nicht nur von der Polizei gesucht sondern auch Im Milieu sprich im Bahnhofsviertel wollte man unbedingt diese Bande Ding festmachen weil das Bahnhof viertel wurde sozusagen einmal wöchentlich auf den Kopf gestellt.

00:21:00: Das heisst es herrschte sehr viel Unruhe Es war mit normalen Geschäften kaum noch etwas zu machen.

00:21:06: also die Geschäfte waren empfindlich gestört würde man mal so sagen.

00:21:13: Dann wurde folgendes noch von der Polizei versucht, man hat eine unglaubliche Belohnung damals ausgesetzt und zwar elf Tausend Mach.

00:21:21: Das war die bis dahin auch höchste Belohnungen jemals also bis da hin in der Bundesrepublik ausgelobt wurde.

00:21:28: und mit dieser Belohnen wollte man wie soll man sagen Spitzel oder Zuträger im Milieu erreichen, die dann sagen ja ich weiß und erhofftet sich aus dem Kriminellmilieu da auch Zuträge, die eben die Bande ans Messer liefern.

00:21:44: Das ist aber nicht passiert, im Gegenteil es ist... Die Polizei wurde plötzlich mit Hinweisen überschüttet und anstatt wirklich ein etwas Brauchbares herauszufinden hat man sich sozusagen ein Riesenberg von Arbeit plötzlich ans Bein gebunden, weil ... ... umfünfehneunzig, achtenneunzig Prozent der Hinweise waren völlig wertlos.

00:22:06: Weil das war eine Denuzation, es war irgendetwas jemand hat den Nachbarn angezeigt und so weiter usw.

00:22:10: Es gab also einen Flut von Anzeigen.

00:22:13: Keiner davon war stichhaltig.

00:22:17: Und bis zur eigentlichen Verhaftung hat es dann noch circa ein halbes Jahr gedauert Und die Bande wurde auch nicht durch die Frankfurter Polizei verhaftet, sondern sie wurde erstaunlicherweise von der Mannheimer-Polizei verhaftete.

00:22:31: Wie kam es dazu?

00:22:32: Deswegen mit einem anderen Raubzug zusammen, der im Jahr davor von der Bande verübt wurde.

00:22:39: da haben Sie nämlich in Mannheim ein Büromaschinengeschäft überfallen und das hört sich erstmal sehr lächerlich an.

00:22:47: Aber Büromaschinen waren zu dieser damaligen Zeit, also wir befinden uns ja so jetzt in der Wirtschaftswunderzeit Mitte der Fünftiger.

00:22:54: Waren unglaublich gefragt und für eine Büro Maschine das waren sozusagen die ersten im weitesten Vorläufer von den heutigen Computern, die auch schon einzelne einfache Rechenaufgaben selbst erledigen konnten hatten einen Wert von bis zu fünfzehntausend Mark.

00:23:11: Und da haben sie drei Stück davon in Mannheim aus einem Geschäft gestohlen nachts.

00:23:16: Und dann gab es in Mannheim einen sehr, sehr ehrgeizigen Staatsanwalt.

00:23:21: Der diese Sache nicht auf sich beruhen lassen wollte und der hat dann über ein Jahr ermittelt und hat dann sozusagen als Hauptverdächtige den Karl-Heinz Jäger in Frankfurt und Horst & Willi Korbmacher ausfindig machen können.

00:23:36: So wurden sie dann in einer Nacht- und Nebelaktion von der Mannheimer Polizei in Frankfurt verhaftet und sofort aber auch nach Mannheim verbracht.

00:23:45: Das ist krass.

00:23:46: D.h.,

00:23:46: die sind jetzt im Gefängnis, beziehungsweise erstmal genau hinter Gittern, dann kommt es zum Prozess.

00:23:53: und stimmt das Henry Jäger dann vor Gericht behauptet hat, dass er diese Überfälle genutzt hat für Recherchen?

00:23:59: Für mögliche spätere Buchprojekte, die er so im Kopf hatte?

00:24:03: Jetzt müssen wir uns das ein bisschen vorstellen.

00:24:06: Das lief vielleicht nicht alles, sondern seine schriftstellerischen Ambitionen.

00:24:12: Die hatte er schon etwas länger und die sind auch genau in dieser Zeit, also unmittelbar nach dem Überfall auf die Rentenauszahl-Stelle, das war Silvester.

00:24:23: Und wie eben beschrieben mussten sie dann erst mal wirklich über Wochen und Monate die Füße stillhalten weil sowohl die Polizei hat nach ihnen gesucht Ganoven im Milieu haben nach ihnen gesucht.

00:24:33: Keiner durfte erfahren, dass sie A diesen Überfall durchgeführt hatten und B durfte auch keiner erfahren, das sie zu Geld gekommen waren.

00:24:40: Das heißt Sie mussten im Prinzip so weiterleben wie bisher Und damit hatten sie beide oder hatten sie erstmal sehr viel Zeit.

00:24:48: und der Karl-Heinz Jäger hat diese zeit genutzt um sich seinem Traum anzunähren.

00:24:55: und er war eben er möchte Schriftsteller werden Und in dieser Zeit, und da spielt ja dann auch mein Buch, also mein Buch setzt unmittelbar vor Sylvester, ... ... und geht dann über diese Zeit bis zur Verhaftung.

00:25:09: Da fing er dann an so sich erste Geschichten zu überlegen.

00:25:13: Er hat erste Texte in jeder geschrieben.

00:25:15: Er versucht auch so sich diesem Handwerk der Schriftstellerei so anzunähern.

00:25:22: Und dann später vor Gericht Und zwar nicht in der ersten Instanz, sondern in der Berufung.

00:25:31: Er war der Einzige, der dann gegen das Urteil Berufung eingelegt hat.

00:25:35: In der Berufungen hatte er ja also seine Grund für die Berufung oder war eben dass er sagte Seine Überfälle wären eben nur Recherchen gewesen Für seine geplanten Romane Drehbücher und was ihm da durch den Kopf

00:25:47: ging.

00:25:49: Jetzt wurde der Vorgericht an erstmal zu mehreren Jahren Erzugtausvorteil zwölf waren es glaube ich Und jetzt beginnt ja, und darauf wollen wir auch vor allem blicken auf so seine zweite Hälfte des Lebens oder auf seinen nächsten großen Lebensweg der im Gefängnis gestartet ist.

00:26:05: Also was ist in deinem Gefängnissen genau passiert?

00:26:08: Also zunächst mal sind sie in Untersuchungsaft gekommen.

00:26:11: Untersuchungshafte hieß aber auch Isolationen, die wurden aufeinander getrennt also die Korbmacher.

00:26:17: Brüder waren jeweils getrenned, jeder von ihnen wurde in einem anderen Gefängnis untergebracht und dann im Gefängnitz.

00:26:30: in dieser Untersuchungensaft hatte Henri Jäger natürlich noch viel mehr Zeit.

00:26:34: Er hat ja nichts zu tun, er saß in seiner Zelle.

00:26:39: Er hat diese Zelle dann eigentlich begonnen, so mit Figuren aus seinem Kopf zu bevölkern.

00:26:46: Also er hat seine Geschichten immer mit sich genommen und währenddessen vielleicht die Korbmacherbrüder waren leider ein bisschen einfacher gestrickt.

00:26:57: Für sie war das sicherlich eine schwere Zeit, einen Tag in einer Zelle zu sitzen.

00:27:01: Es war ja auch wirklich einzelhaft.

00:27:04: Dazu lese Schreibverbot, Schweigehof... Es war schon die diese komplette Isolation.

00:27:11: Aber Henry, wie gesagt er hat sich seine Zelle eigentlich zu eigen gemacht um darin Figuren aus seinen Büchern und aus seinen kommenden Geschichten sich herbei zu denken sage ich mal zu fantasieren und seine Geschichten auszubauen.

00:27:30: Das sind so die ersten Ideen der im Kopf hatte dir dann aber auch irgendwie weiter spinnt.

00:27:34: Und dann schafft das ja auch wirklich aus dem Gefängnis heraus, einen Buch zu schreiben oder?

00:27:38: Und auch zu veröffentlichen.

00:27:39: Ja das ist dann später.

00:27:41: also das war wie gesagt wir hatten ja eben schon mal kurz darauf Bezug genommen während seiner Wie soll man sagen Zweiten oder während seine Das fällt mir der Name nicht an Na Nicht Revision wollte ich es gerade sagen.

00:27:57: Berufung.

00:27:58: Während seiner Berufung Führte er ja an dass er Schriftsteller werden möchte und das seine Überfälle nur Recherche waren.

00:28:07: Und natürlich wurde er dafür verlacht, also natürlich wurde das als Berufungsgrund ohne weitere Verhandlungen abgetan.

00:28:13: Also er wurde abgeschmettert und das hat ihn aber glaube ich noch mehr angestarlt ihnen auch oder allen auch zu zeigen, dass er doch ein Schriftsteller ist.

00:28:25: Und in den folgenden Monaten die er dann wirklich dann in seiner Haft verbüßte, ist er nach Freiburg verlegt worden und dort in Freiburg hat er dann angefangen seinen ersten Roman wirklich zu entwickeln.

00:28:44: Er hatte das Glück, dass der dortige Anstalt geistliche, er hat ihm einen kleinen Bleichstift von Stummel zugesteckt und mit diesem Bleich-Stift stummel schrieb er dann so seine ersten Entwürfe auf das Toilettenpapier in seiner Zelle.

00:29:00: weil er hatte ja nichts, er hatte kein Papier und den Stift durfte eigentlich auch nicht haben.

00:29:04: Und dieser Anstahlsgeistliche hat dann diese Blätter mitgenommen, hat ihm dann auch sozusagen wie so ein Atlektor unterstützt, hat die Sachen ins Reine geschrieben

00:29:13: usw.,

00:29:14: und es dauerte dann bis twohundsechzig also etwa vier Jahre.

00:29:20: Dann ist plötzlich ein Roman angekündigt worden von einem Henry Jäger Die Festung und damit war plötzlich die Katze aus dem Sack, dass er eben heimlich einen Roman geschrieben hat in seiner Zelle.

00:29:37: Und für den Buchmarkt war das natürlich damals eine Sensation der Roman auf das Toilettenpapier geschrieben

00:29:43: usw.,

00:29:44: und der Verlag nutzte das natürlich auch entsprechend aus.

00:29:47: Und dieser Roman, die Festung wurde ein unglaublicher Erfolg, er wurde einen Millionenerfolg nicht nur hier in Deutschland, er wurden insgesamt dreiundzwanzig Sprachen übersetzt Wurde in den letzten Jahren aus dem Gefängnis freier hat sich im wahrsten Sinne des Wortes freigeschrieben.

00:30:23: Ich finde es um das Vervorstellende, du bist im Gefängnis dann quasi wird draußen der Buch veröffentlicht und dann gibt's irgendwie ein gefängniswerter und alles mögliche also wird.

00:30:30: was das für die damals auch dargestellt haben muss ist ja auch verrückt

00:30:33: Ja, also die ganze Geschichte ist verrückt.

00:30:36: Also diese Entstehungsgeschichte ist vor allem dieses heimliche Schreiben, dieses Lekturieren und so weiter.

00:30:43: Und natürlich war auch zunächst einmal... Da gibt es in den Gerichtsakten noch Belege dafür wie der Anstahlsgeistlich gerügt wurde für sein Verhalten usw.. Und auf die noch erstaunliche ist auch, um wir jetzt vielleicht wieder ein bisschen nach Frankfurt zurückzukommen.

00:31:00: Als das Buch dann erschienen war, ist es in Frankfurt auf der Buchmesse natürlich auch ausgestellt worden und der Henri Jäger wurde damals noch in Handschellen.

00:31:07: Er durfte dann die Buchmessen besuchen, durfte sozusagen sein Buch dort kurz präsentieren und er wurde dann in Handsstellen auf dem Messestand geführt.

00:31:17: also man hat ihn dann unmittelbar erst vor dem Messgestand die Handschällen abgenommen und dann durfte er sich sozusagen vor seinem Buch setzen.

00:31:27: Da gibt es auch ein wunderbares Bild, eine Fotografie davon wie er sozusagen am Messestand sitzt, er strahlt übers ganze Gesicht ist von diesem Erfolg selbst völlig überrascht.

00:31:37: also das hätte er wahrscheinlich sich so auch nie träumen lassen dass das eine solche Erfolg für ihn wird.

00:31:45: Der war jetzt aber nicht nur für die Buchmesse zurück in Frankfurt, sondern der hat sich ja auch erstmal wieder hier niedergelassen und hat dann glaube ich bei der FR gearbeitet oder?

00:31:53: Ja genau.

00:31:53: Also die Begnadigung bedeutet da aber auch er hatte natürlich Auflagen und einer der Auflagen war, er musste eine Arbeitsstelle vorweisen Und damals fand er diese Arbeitstelle dann bei der Frankfurter Rundschau.

00:32:06: Er wurde Naja Redakteur, offiziell Volontär.

00:32:11: Redakteure bei der Frankfurter Rundschau und war sozusagen zunächst mal Journalist was er ja auch nie gelernt hat.

00:32:18: und es ist ihm zunächst auch mal sehr sehr schwer gefallen also so zu sagen von diesem Roman Schreiben auf einmal auf das journalistische Schreiben zurückzukommen Und viele seiner Kollegen oder einige seiner Kollegen mit denen er damals auch bei der Rundchau zu tun hatte die sagten Er war nicht dafür geboren, er war so wirklich der für das längere Format, für das größere Formate, für den Roman dieses journalistische, dieses knappe Schreiben.

00:32:47: Das hat ihm gar nicht gelegen.

00:32:48: also da hatte er wohl größere Probleme.

00:32:50: Nichtsdestotrotz hat er da fast ein Jahr gearbeitet und hat bei der Frankfurter Rundschau dann seine spätere Frau kennengelernt.

00:32:57: Sie waren nämlich dort auch angestellt Und diese Frau Elke Schmidt hieß sie War witzigerweise die Tochter eines Richters.

00:33:09: Der hat sich bestimmt bei der Hochzeit dann gefreut, dass quasi seine Tochter nun einen solchen Menschen heiratet?

00:33:14: Ja das war natürlich auch eine Sensation.

00:33:17: also man muss sich das ja auch so vorstellen... Diese ganze Geschichte auch jetzt von der Verhaftung der Jägerbande, das war also ich bezeichne es wirklich so.

00:33:26: Das war der erste große Medienprozess der Bundesrepublik weil dieser Raubzug, der war so einzigartig und vor allem die späteren Ereignisse, die sich dann noch anschliessen waren so einzigiartig dass als sie dann endlich gefasst die Zeitungen, die illustrierten aus der ganzen Bundesrepublik über diesen nicht nur die Verhaftung sondern auch später über den Gerichtsprozess berichtet haben.

00:33:55: Und der Henry Jäger als er dann natürlich diesen zweiten Kuh landete als Schriftsteller jetzt so erfolgreich zu sein war er natürlich wieder sozusagen im im Auge aller Medien.

00:34:07: Also man hat über ihn geschrieben, der Gangster, der jetzt heimlich diesen Roman geschrieben hat und er sich frei geschrieben hat, der begnadigt wurde... Und so und dann heiratet er noch die Tochter eines Richters!

00:34:18: Das war natürlich die nächste Sensation und es wurde über sie berichtet wie ein Prominentenpaar.

00:34:25: Es gibt auch noch ein schönes Bild, wie Sie vor der Nikolajkirche stehen die Zeitung mit dem roten Dreieck damals geroten Quadrat im halbseitigen Bericht über diese Hochzeit bringt.

00:34:41: Das passt für die Zeitungen da, aber der hat ein Jahr bei der FR ungefähr gearbeitet.

00:34:48: und wie ging das dann weiter?

00:34:50: Die Festung blieb ja dann auch nicht sein einziges Buch.

00:34:51: Er hat sich schon richtig als Schriftsteller ausgebreitet.

00:34:55: Ja es folgten mehrere Romane also den nächsten hatte er auch noch im Gefängnis begonnen der ebenfalls dann sehr erfolgreich war, ebenfalls verfilmt wurde.

00:35:07: Dann in Freiheit schrieb er auch weiter, auch neben seiner journalistischen Tätigkeit.

00:35:13: aber er merkte selbst auch dass eben das mit dem Journalismus oder mit der Rundschau, dass es für ihn so keine Zukunft hat.

00:35:23: und dann kommt noch etwas hinzu, dass er während des Besuchs auf der Buchmesse als er seinen ersten Roman vorstellte hat er Erich Maria Remark kennen gelernt, weil er im gleichen Verlag veröffentlichte wie Henry Jäger.

00:35:38: Also sie haben sich wohl am Messestand kennengelernt und Remark hat natürlich mitbekommen in welchen ja ungewöhnlichen Umständen der Henrijäger lebt und hatte ihm damals auch schon das Angebot gemacht wenn er dann wieder mal oder wenn er frei käme soll er ihn doch besuchen in Ascona.

00:35:58: Und das hat auch Henry Jäger unmittelbar nach seiner Entlassung getan, also er zunächst mal vielleicht so im Sinne von einem ja wirklich eines Besuches.

00:36:07: Und so sind sich die beiden näher gekommen und Remarque hat dann Jäge eine erste Wohnung in Ascona vermittelt.

00:36:16: Das war auch ein unmittelbacher Nachbarschaft wo er selbst wohnte.

00:36:21: Ja und so fing es an dass Jäga zunächst einmal seine Besuche immer weiter ausgedehnt hat und später in komplett übergesiedelt ist nach Ascona.

00:36:31: Also noch unter Auflagen, er musste sich damals immer wieder auch in Deutschland bei den Polizeibehörden melden.

00:36:37: aber ab hat

00:36:44: es

00:36:56: auch einmal so beschrieben, dass er mit seiner Schriftstellerei also heute wesentlich besser verdient als das was er sozusagen mit seinen Raubzügen eingenommen hat.

00:37:05: Aber rückfällig geworden sind seine Komplizen Willi und Horst Korbmacher die haben... Also sind mit ihm auch begnadigt worden Sondern weil sie auch im gleichen Prozess wie er verurteilt wurden, sind sie auch zur gleichen Zeit wie er freigelassen worden.

00:37:21: Sind dann aber wenige Jahre also Ende der sechziger Jahre sind die beiden rückfällig geworden hatten versucht in Aschaffenburg eine Bank zu überfallen sind aber noch auf dem Fluchtweg gestoppt worden und wieder in Haft

00:37:33: gekommen.

00:37:35: Dann blicken wir lieber auf Henry Jäger und seinen Weg.

00:37:39: Er ist nicht alleine umgezogen, sondern mit seiner Frau?

00:37:41: Die beiden hatten dann gleich noch ein Kind oder...?

00:37:43: Genau!

00:37:43: Also dann sind sie zusammen nach Ascorna verzogen... ...und dort kam auch der gemeinsame Sohn, Markus zur Welt, in den letzten sechs Jahren.

00:37:54: Und zunächst einmal muss man sich das vorstellen.

00:37:58: Da war er sozusagen drei Jahre aus der Haft entlassen.

00:38:02: kann man sich so ungefähr aufrunden.

00:38:06: Und dieser Schritt aus diesem Gefängnis, aus dem Zuchthaus, also da herrschte immer noch... Zuchthaus hieß ja eine ganz verschärfte Haftbedingung.

00:38:16: und wenn man, wer Ascona kennt, kann sich ungefähr vorstellen was das für ein Schritt ist aus einer Gefängneszelle, aus einer Zuchtauszelle plötzlich so kurz oder nur drei Jahre später in Asconas zu leben.

00:38:30: Das ist eigentlich Ja, fast unvorstellbar.

00:38:33: Das ist so wie wenn man von der Hölle vielleicht ins Paradies kommt in dieser Dimension und das war vielleicht auch etwas was den Henry Jäger zeitlebens auch glaube ich nie so verlassen hat dieser unglaubliche Schritt.

00:38:49: Ich glaube er hat viele Jahre oder vielleicht sein ganzes Leben das nie wirklich als wahr hingenommen.

00:38:55: das musste irgendwie geträumt sein oder das konnte nicht real sein dass er es wirklich geschafft hat aus dieser Aus diesem Milieu heraus, aus dieser Gefängniszelle heraus in so eine traumhafte Gegend wie eben den Lago Maggiore zu kommen.

00:39:13: Die Ehe dann hält nicht, die scheitert.

00:39:16: Er selbst wird auch später noch krank oder er wird erst krank?

00:39:19: Oder erkrankt, wird operiert und dann im Zuge dessen scheitere doch die Ehe, oder?

00:39:22: Also wenn wir nochmal kurz auf diesen Weg... Achso

00:39:24: ja also es ist dann so.

00:39:26: sie Henry Jäger lebt als freier Schriftsteller und Elke, seine Frau sind eigentlich so enttiemen wie so.

00:39:34: Also Henri Jäge hat sich dann angewöhnt.

00:39:36: er schrieb oftmals seine Entwürfe seiner Manuskripte nicht mehr sondern er diktierte sie und die Elke hat es dann aufgeschrieben Und dabei auch sozusagen nochmal auch ihre Erfahrung oder ihr Textverständnis mit einfließen lassen.

00:39:52: also wir waren eigentlich da.

00:39:53: ein sehr gutes Paar muss man sagen.

00:39:56: Und in dieser Zeit, also auch ein Askona entstanden noch weitere Romane bis zu seinem ganz außergewöhnlichen Roman Jacob auf der Leiter.

00:40:06: Sein großer Frankfurt-Roman muss man sagen den er in Askona geschrieben hat aber es ist sozusagen sein ein Großteil seines Lebens erzählt an diesem Roman nach.

00:40:16: und mit diesem Roman wollte er auch endlich zeigen dass er mehr war als nur derjenige, der also diese Sensation geschafft hat ein Roman aufs Toilettenpapier zu schreiben sondern er wollte eigentlich wirklich zeigen das er literat ist.

00:40:31: Dass er wirklich nicht nur jemand ist für die breite Masse schreiben kann, damals herrschte ja auch im Literaturbetrieb noch eine strenge Unterscheidung zwischen Unterhaltungsliteratur und ernster Literatur.

00:40:44: Und jedes Buch das ich gut verkauft hatte musste natürlich unterhaltungsliteratur sein.

00:40:48: also Die Kritik hat es eigentlich seine Bücher nie wirklich ernst genommen und hat immer so als Unterhaltung oder Milieustudien abgetan.

00:40:57: Mit Jakob auf der Leiter wollte er unbedingt zeigen dass er ein Literat ist.

00:41:05: Kurz nach Veröffentlichung dieses Romans ist er sehr schwer erkrankt.

00:41:09: Man stellt da ein Anorisma in seinem Kopf fest, damals eigentlich ein Todesurteil.

00:41:15: und auch da wieder dieses ungewöhnliche Leben von Henry Jäger.

00:41:21: Elke seine Frau fand einen Arzt im Zürich der bereit war diese Operation durchzuführen.

00:41:27: das war eine Chance zu überleben von eins zu hunderttausend vielleicht weil die damaligen medizinischen Möglichkeiten waren ja bescheiden.

00:41:36: Nichtsdestotrotz wurde diese Operation durchgeführt und er war dieser eine.

00:41:43: Er hat diese Operation überlebt, das Aneurysmer wurde entfernt allerdings mit dem Resultat dass er komplett seine Sprache verloren hatte.

00:41:53: also er konnte weder lesen sprechen noch schreiben.

00:41:58: Und dann begann sozusagen die Jahre in denen Elke ihm Wirklich, man muss sich das vorstellen wie bei einem Kleinkind mit Fiebeln wieder Sprechen beibrachte, Schreiben oder Lesen und dann schreiben.

00:42:16: Ja und es war natürlich eine unglaubliche Anstrengung für beide Und War auch so ein bisschen an die Wie soll man sagen daran geknüpft dass der Henry jetzt zum Beispiel seinen Lebenswandel umstellt.

00:42:33: Er war, es ist kein geheimnisremarkt.

00:42:36: War ein großer Trinker und der Jäger war auch ein großer trinke Und was auch vielleicht zu dieser erkrankung geführt hat.

00:42:44: Also es war schon so ein bisschen zumindest mal für elke ausgemacht dass jetzt diese trinkerei und soweit das aufhört Das hielt aber nicht lange also kaum war er so man kann sagen so wieder auf den beinen fing das wieder an dass ja immer häufiger zum Alkohol gegriffen hat.

00:43:01: Und daran ist dann die Ehe Mitte der ... ... Achzea, ja so ungefähr Mitte der achziger Jahre zerbrochen.

00:43:10: Ja

00:43:11: und sie haben sich dann scheiden lassen.

00:43:13: Der Jäger blieb dann in Asconer... ...und Elke ist zurück nach Frankfurt gezogen.

00:43:18: Wie lange hat er dann eher noch gelebt?

00:43:21: Henry Jägers hat in Ascona noch bis zweitausend gelebt Aber man muss schon ganz deutlich sagen, das waren eigentlich keine wirklichen Romaner die er danach geschrieben hat.

00:43:32: Er hat es zwar weiterhin versucht aber man merkt schon ganz deutlich dass zum einen die Erkrankung ihm viel genommen hat von seinen vorherigen Fähigkeiten und des zweiter war das Elke vielleicht seiner Kongeniale Partnerin eben auch nicht mehr da war.

00:43:49: Und seine Geschichten, es wurden dann immer mehr so erotische Geschichten.

00:43:53: Es wurden eher so Fortsetzungsromane für Illustrierten mit denen er sich noch eine Zeit lang über Wasser halten konnte und dann so Anfang der neunziger Jahre hat er gar nicht mehr geschrieben.

00:44:03: Dann ist das komplett eigentlich so versiegt und damit begann dann ja wie soll man sagen auch sein wirtschaftliches Desaster dass er eigentlich kaum noch Einnahmen hatte kaum noch wirklich seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte.

00:44:19: Freunde haben ihn dann materiell und auch finanziell unterstützt, aber ja diese Zeit, diese große Zeit war damit vorbei.

00:44:34: Bevor wir zu deinem Buch zur Sprechen kommen vielleicht nochmal so zusammenfassend zum Lebensweg von Henri Jäger.

00:44:42: War das jetzt ein Mensch für dich der... Kann man sagen, war es ein Täter?

00:44:45: War es ein Opfer seines Lebenswegs.

00:44:48: War es Täter später einfach normale Bürger?

00:44:51: Kann man das irgendwie einordnen?

00:44:53: Also er war auf jeden Fall jemand der ja im Boxen gibt es das Ja so eine Redewendung Du musst immer wieder aufstehen.

00:45:06: also solange du immer noch aufstehn kannst bist du also nicht ko.

00:45:09: also da muss immer wieder Aufstehen.

00:45:11: Und der Jäger, der war auch so ein bisschen in den jungen Jahren hat er so ein bissel dem Bock Sport gefreundet und das war für ihn vielleicht aus ein bisschen Lebensdivise geworden.

00:45:19: Er war jemand, der immer wieder aufgestanden ist.

00:45:22: also er hatte ja wir hatten es eben auch mit seinen Zigaretten

00:45:25: usw.,

00:45:26: er hatte viele Rückschläge in seinem Leben einstecken müssen.

00:45:30: aber er ist immer wieder auch aufgestand oder hat versucht Aufzustehen und es ist ihm auch manchmal wirklich er verstaunliche Weise dann wieder gelungen.

00:45:40: Das finde ich auch so faszinierend an ihm, dass er das immer wieder auch so hin gekriegt hat und dass er immer wieder das Leben nicht aufgegeben hat.

00:45:50: Sondern immer wieder gesagt hat ne also ich versuche irgendwie weiterzukommen, weiterzumachen, nicht aufgesteckt hat... ...und auch als er selbst sicherlich merkte, dass es mit dem Schreiben auch nicht mehr so einfach ist.

00:46:02: aber er hatte es auf jeden Fall weiter versucht da seinen Weg zu finden.

00:46:07: Und von daher gesehen er war weder Also ich kann ihn nicht als Opfer darstellen, das wäre völlig falsch.

00:46:12: Er war sicherlich in den ersten Jahren nach dem Krieg ein Täter, er war ein sehr gewiefter Einbrecher und Ganove, das muss man schon sagen.

00:46:23: aber er war jemand der eben sehr darauf geachtet hat dass niemand zu schaden kam.

00:46:29: also da gibt es auch verschiedene Parallelen.

00:46:32: dann in meinem Buch dazu weil das war ja auch so die Zeit wo damals die ersten Nazi- oder dritte Reichtäter vor Gericht gestellt wurden, die ja mit... wie soll man sagen?

00:46:45: Mit Kleinststrafen, Bewährungsstrafen wurden zum Teil nach Hause geschickt.

00:46:50: Das heißt es hat keine richtige juristische Aufarbeitung der Nazitäterschaft gegeben oder der KZ-Morde und dass man ihn zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt für natürlich eine ganze Reihe von Delikten und Einbrüchen Aber es waren eigentlich nur Sachwerte.

00:47:09: Er hat nie einen Menschen einen Schaden zugefügt und das war auch etwas, was ihn vielleicht dazu angetrieben hat, nie wieder nach Deutschland zurückzukommen.

00:47:20: Wie soll man sagen?

00:47:20: Der Bundesrepublik nicht wirklich verziehen, dass sie ihm zwölf Jahre Zuchthaus aufbrummen währenddessen andere mit geringsten Strafen davon gekommen sind.

00:47:30: Ja, das können

00:47:31: wir so ein bisschen irgendwie auch nachvollziehen.

00:47:34: Was ich mir bei dem ganzen... Lebensweg von ihm auch frag also der war erfolgreicher krimineller vor allem aber halt auch ein sehr bekannter zeitweise bekannte schriftsteller.

00:47:47: warum ist er trotz eines ganzen erfolges irgendwie so ein bisschen in vergessenheit geraten?

00:47:51: kannst du das erklären?

00:47:55: Es ist schwierig zu erklären.

00:47:57: Ich kam mir das auch heute, da ist ja auch so ein bisschen eine Triebfeder für mich, ihm wieder in Erinnerung zu rufen und deswegen möchte ich ja auch über ihn schreiben, über ihn sprechen.

00:48:07: Ich möchte ihm wieder Präsent oder in Präsenz bekommen.

00:48:13: Ich glaube der erste Punkt war dass man ihm diese seine Qualität im Schreiben nicht anerkannt hat weil er einen Lebensweg hatte völlig außerhalb des normalen Schriftstellertums lag und man hat ihn eigentlich von daher schon mal gemieden.

00:48:33: Dann kam seine kriminelle Vergangenheit dazu, was einen Grund mehr war nicht über ihn zu schreiben.

00:48:39: Man ist ihm da so ein bisschen ausgewichen und am Ende war es dann auch so dass er ja im Großteil oder fast den größten Teil seines Lebens gar nicht mehr hier in Deutschland verbracht hat sondern eben ... Er war zwar häufig in Deutschland unterwegs und zu Besuch, aber er lebte halt nicht mehr hier.

00:48:57: Und hat dadurch auch so ein bisschen den Anschluss nenn ich's mal verpasst.

00:49:03: Und hier in Frankfurt ist er muss man ja fast sagen leider gänzlich vergessen.

00:49:07: also es gibt eine Vitrine im Kriminalmuseum die an ihn als Kriminellen erinnert.

00:49:13: Aber an ihnen als Schriftsteller erinnerte eigentlich gar nichts.

00:49:16: Dabei ist das ja eigentlich so fast auch der größere Teil in seinem Leben?

00:49:20: Ja Ja, also man kann ja sagen das er war mehr länger Schriftsteller als dass er kriminell war.

00:49:26: und er hat wie gesagt er war als schriftstelle noch wesentlich erfolgreicher.

00:49:31: Als Krimineller und auch seine kriminelle Vergangenheit die ihm am Anfang vielleicht auch so ein bisschen geholfen hat.

00:49:38: Also in Ascona gab es viele Künstler usw.

00:49:42: Aber es gab keinen Bankräuber oder Einbrecher oder Ganoven und das hat ihn natürlich in Ascona zunächst mal auch viele Türen geöffnet, weil alle diesen interessanten Menschen kennenlernen wollten.

00:49:54: Aber auch da hatte sich dann mehr und mehr versucht von dieser kriminellen Vergangenheit zu lösen und sich eben auch als Künstler dazustehen oder als Literat dazustellen und da wurde er ja auch so akzeptiert.

00:50:06: Dann kommen wir mal vom Einschriftsteller zum anderen Schriftstelle einer der in der Gegenwart, die ich mir gegenüber sitze.

00:50:12: Du hast ein neues Buch geschrieben mit dem Titel schuld und unschuld.

00:50:17: Henry Jäger spielt darin eine Rolle.

00:50:19: vielleicht kannst du mal so ein bisschen erzählen was eben schon einmal kurz angerissen.

00:50:21: aber um welchen Teil seines Lebens geht es da?

00:50:24: Was passiert in diesem buch?

00:50:25: also das geht Den finde ich sehr, sehr spannenden Teil in seinem Leben als aus dem Karl-Heinz-Jäger.

00:50:33: Dem Kopf der Jägerbande, den Kriminellen nach und nach.

00:50:37: der Schriftsteller Henry Jägger wird also Ich hatte es ja eben schon mal beschrieben Also man kann das zeitlich sehr gut verorten, finde ich In dieser unmittelbaren oder im unmittelbarem Anschluss an diesen spektakulären Raubüberfall Und er sozusagen sich mehr und mehr versucht als Schriftställer versucht.

00:50:56: Darum geht es in meinem Roman, wie wird aus einem Kriminellen ein Schriftsteller?

00:51:04: Und der Titelschuld und Unschuld für einige wird wahrscheinlich schon ein bisschen Dostoyevsky im Hintergrund anklingen.

00:51:14: Verbrechen und Strafe oder ja oder wie's jetzt neu heißt und das ist nicht von ungefähr gewählt weil Dostoevski war für Henry Jäger ein Vorbild.

00:51:25: Also er hat alle seine Romane gelesen, er war von ihm fasziniert auch von seiner Lebensgeschichte.

00:51:33: Das selbst war ja auch eine sehr spannende reale Figur.

00:51:38: Er war Spieler und spielsüchtig.

00:51:41: Und was vielleicht viele gar nicht wissen, hat sich einfach eine ganze Zeit lang hier in Bad Homburg und Wiesbaden aufgehalten.

00:51:54: War Dostoyevsky sozusagen komplett seiner Spielsucht erlegen und ist sogar inhaftiert worden, weil er sozusagen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte.

00:52:02: Er hat dann auch noch das Reisegeld dass man ihm geschickt hatte aus Russland damit er wenigstens nach Hause fahren könnte.

00:52:08: Auch das hat er noch durchgebracht und es war sozusagen gibt es da mehrere Parallelen.

00:52:15: und Jäger war eben von Dostoryevski fasziniert und hat auch anfänglich versucht, in seinen eigenen Schreibversuchen so ein bisschen seinem Idol nachzuweifern.

00:52:27: Und das greife ich eben nicht nur im Titel auf sondern auch in der Geschichte versuche ich zu zeigen wie vielleicht... Ich war ja auch selbst nicht dabei aber wie viel leicht sich Jäger dann selbst so diesem Schriftstellerei angenährt hat.

00:52:46: Es ist aber also so ein komplett biografisches Buch, oder ist das so in Teilen biographisch und Teilen fiktional?

00:52:52: Wie hast du es

00:52:53: aufgebaut.

00:52:53: Ja, es ist teils Teils.

00:52:55: Also es gibt einige wie gesagt Daten die Fakten, die kriminellen Fakte

00:53:01: usw.,

00:53:02: die sind alle belegbar jetzt hier wie er tatsächlich jetzt seinen Weg dorthin gefunden hat.

00:53:10: Wie gesagt, es sind leider so gut wie keine Manuskripte von Jäger vorhanden schon gar keiner aus den Anfängen.

00:53:16: das ist leider alles verschwunden.

00:53:19: ich stütze mich dann eher ein wenig auf Erzählungen oder beziehungsweise Passagen in Büchern von ihm wo er das hin und wieder so ein wenig andeutet wo man sich vielleicht vorstellen kann ja so könnte es gewesen sein aber am Ende ist es natürlich fiktional.

00:53:35: also Ich versuche mich da so ein wenig in ihn hinein zu versetzen.

00:53:38: Wie kommt man oder vielleicht auch mein eigenes Leben?

00:53:42: Oder meine Anfänge, so ein bisschen auch darin Spiegel wie kommt jemand zum Schriftstellern und wie kommt die jemand dazu einen Roman zu schreiben?

00:53:50: was treibt einem eigentlich wirklich an dazu?

00:53:53: Vielleicht kannst du da mal auch so ein bißchen drauf eingehen weil ich finde es auch mir total spannend also sich hinzusetzen und dann Buch zu schreiben und dann irgendwie wirklich etwas auf Papier zu bringen.

00:54:02: Also...wie schaffst Du das?

00:54:05: Baust du oder wie setzt du dich hin, sagst ich schreib jetzt ein Buch.

00:54:07: Wie ist da so dein Prozess?

00:54:10: Ja das ist ja schwer zu beschreiben weil viele haben vielleicht selbst bei sich schon erlebt dass man glaubt man hat eine tolle Idee gefunden.

00:54:22: Man hat eine Tolle Idee und denkt da drüber schreibe ich etwas.

00:54:27: Man ist zunächst auch mal in dieser, ich sag mal so kreativen Euphorie.

00:54:32: In der auch vieles erstmal leicht ist es eigentlich... man kann übertrieben sein vielleicht ein bisschen als einen Rausch indem man sich dann zunächst einmal diesen Grundzügen der Idee annähert und dann kommt die zweite Phase oder die dritte Phase je nachdem wo man plötzlich merkt okay jetzt ist das Rausch hafte vorbei Ebenen der Mühe und der Arbeit, weil man plötzlich feststellt ja ich habe zwar für einzelne Punkte in der Geschichte habe ich schon etwas im Kopf oder ich hab vielleicht sogar schon einzelne Szenen so ähnlich arbeite.

00:55:11: Ich dass sich wichtige Szenene mir so ein bisschen vorformulieren aber die hängen natürlich überhaupt nicht zusammen.

00:55:19: Und dann eben die, wie soll man sagen?

00:55:21: Die Zusammenhänge herzustellen.

00:55:24: Das Ganze auch in einen Kontext zu bringen und dann ja jede Person oder nicht Personen sondern jede Figur im Buch muss ja auch mit Leben gefüllt sein.

00:55:33: das ist oft reicht es nicht aus nur eine Person auftreten zu lassen Sondern jede Person... ...jede Figur hat eine Geschichte die muss erzählt werden.

00:55:42: und da merkt man schon Ähnlich geht es auch Jäger hier in seinen Anfängen, dass er plötzlich feststellt das es eben von der Idee zum fertigen Buch ein sehr weiter Weg ist und viele ja genau auch an dieser Stelle die Flinte ins Korn werfen.

00:56:00: Also es ist nicht so, dass du dich hinsetzt wie man sich das so vorstellt und dann klappst du dein Laptop auf oder die holst sie Schreibmaschine raus.

00:56:07: Und quasi sitzt dann über fünf Stunden oder zehn Stunden oder Tage und schreibt das Buch runter.

00:56:12: also es ist ein langer Prozess mit Höhen und Tiefen.

00:56:14: Ja!

00:56:15: Es sind sehr lange Prozesse und ich bin auch jemand der...

00:56:18: Ich

00:56:20: suche mir häufig Themen, die einen historischen Hintergrund haben weil für mich persönlich Interessant aber auch vielleicht notwendig, dass ich gewisse Anker für mich habe die auch in reellen Bezug haben.

00:56:35: Und dazwischen bin ich dann meine Fäden, die dann fiktional sind.

00:56:42: Vielleicht auch hier nochmal auf Henry Jäger zurückzukommen.

00:56:45: Wir waren ja eben in seiner Zelle wo er dann anfing sein Roman zu schreiben und Jägert hat ja auch etwas.

00:56:53: also Ich hab als Verleger Bin ja auch nebenbei noch ein bisschen verleger schon einige Manuskripte aus Gefängnissen, von Gefangenen zugeschickt bekommen.

00:57:02: So meist oder ich sag mal zu hundert Prozent waren das eigentlich immer Geschichten die beschäftigten sich mit dem Leben der Betroffenen.

00:57:11: also sie haben in diesen Manuskten erzählt wie Sie dorthin gekommen sind wo sie sind.

00:57:16: meistens war es auch so dass sie natürlich unschuldig waren sondern durch unglückliche Umstände Justiz ihr Tümer und so weiter jetzt eben im Gefängnis gelandet sind.

00:57:27: Der Jäger macht aber was ganz anderes.

00:57:30: Er erfindet wirklich in seiner Zelle eine ganz eigene Geschichte, eine ganze eigene Welt weil sein erster Roman die Festung und deswegen hat der für mich auch heute immer noch Gültigkeit ist ja ein Flüchtlingsroman.

00:57:42: Dieser Roman handelt von einer Familie aus Osteuropa vertrieben, die nach dem Krieg hierher kommt, nach Deutschland, nach Westdeutschland Und wird in einer ehemaligen Kaserne untergebracht.

00:57:55: und diese Kasernen nennen die Insassen als auch die Leute, die drumherum leben.

00:57:59: Die Festung.

00:58:01: Das einen sind die in der Festung leben und für alle Drumherums sind das... da sind die aus der Festungen.

00:58:06: Also die sind sozusagen alleine dadurch dass sie dort untergebracht werden, sind sich schon isoliert ähnlich wie wir das ja heute auch kennen mit unseren Migrations- oder Migrationsgeschichten.

00:58:24: Und diese Geschichte erzählt dann Jäger in seiner Zelle, das heißt er schreibt nicht über sich.

00:58:28: Er findet wirklich eine Familiengeschichte und er beschreibt wie diese Familie es eben nicht schafft in dieser Wirtschaftswunderzeit hier anzukommen weil sie eben so isoliert wird, weil sie so ausgeschlossen wird und keiner aus dieser Familie.

00:58:42: die Tochter wird prostituiert sich der älteste Sohn wird kriminell, der Jüngste steht an der Schwelle zur Kriminalität.

00:58:49: Der Vater ist ein Träumer, der träumt von einer großen Karriere kriegt aber nichts auf die Reihe Und nur die Mutter hält das alles irgendwie so ein bisschen zusammen.

00:58:56: und so ist ungefähr diese Erzählungen in diesem Roman.

00:59:00: Das fand ich faszinierend, wie ein Mensch wirklich sehr selbst so bedrängt ist in seinem täglichen Dasein dann so eine Geschichte erfindet.

00:59:10: Jetzt haben wir ganz viel über ihn geredet auch darüber, wie du dieses Buch geschrieben hast... Lass uns mal!

00:59:17: in dieses Buch so reingehen, also wenn du das natürlich magst.

00:59:21: Vielleicht hast du Lust einfach mal eine Passage aus dem Buch vorzulesen damit man einen Eindruck davon bekommt was einem bei Schuld und Unschuld erwartet?

00:59:30: Also ich fange an und der Henry versucht jetzt die erste Geschichten für sich aufzuschreiben.

00:59:39: Andern tags wanderte Henry zum Osthafen hier runter vorbei an der Großmarkthalle und hinüber zum Schlachthof.

00:59:47: Er war nicht mehr auf der Suche sondern die Bilder und Geschichten tauchten wie von selbst in ihm auf.

00:59:53: Im Osthafen hatten sie als Kinder oft gespielt, mit Kohlenstaub bemalten sie sich die Gesichter- und erschreckten anschließend im Ostpark die Spaziergänger.

01:00:02: Henry sah sich Horst, Willi, Marianne und einige andere über die Wege und Wiesentoben.

01:00:08: Dort hinten am Teich unter der Trauerweide war ihr Lager gewesen.

01:00:13: Im Sommer schwangen Sie an den Zweigen übers Wasser und ließen sich hineinfallen.

01:00:20: In der Großmarkthalle herrschte gähnende Leere.

01:00:23: Frühmorgens war hier der Teufel los, mehrmals war er mit Bubi und Horst nach einer langen Nacht durch die Gänge gelaufen.

01:00:29: Sie wollten ihre Mütter mit außergewöhnlichen Einkäufen überraschen – liegen.

01:00:33: mit Obes und Gemüse schleppten sie zum Auto.

01:00:37: Danach ein letztes Bierchen in der Marktstube.

01:00:39: Dort drängten sich Arbeiter- und Nachtschwärmer.

01:00:42: Bis ihr nach Hause fuhr, hatten Anna und Wanda längs ihre Besorgungen erledigt!

01:00:48: Sie schimpften über die Berge an Lebensmitteln und was sie damit anfangen sollten.

01:00:52: Jetzt am frühen Nachmittag war kaum noch ein Händler zu sehen, und die meisten Stände geschlossen.

01:00:58: Über die Bahnbrücke wechselte er die Mainseite.

01:01:01: In der Gaststätte am Schlachthof herrschte Hochbetrieb.

01:01:04: Die Frühschicht hatte soeben Feierabend.

01:01:07: Da standen die Schlachter Ausbeiner Zerteiler Beschauer Filetierer Viehtreiber Fleischer Metzger Und sonstigen Handlanger des Todes.

01:01:17: Sie alle rochen nach Kernseife.

01:01:19: Hinter den sterilen Duft war noch ein anderer Geruch, der nach Blut an ihnen wahrnehmbar.

01:01:25: Ihre Gesichter waren plass, die Wangen von feinen Adern durchzogen, ihre Nasen gerötet, die Nacken dick, die Ohren oft klein und die Augen glanzlos und fast jeder trug einen Schnurrbart.

01:01:37: Ihre Lippen waren wulstig das Kind fleischig, der Hals kurz, die Schultern breit und die Arme muskulös.

01:01:46: Sie alle tranken Bier und Schnaps, als müssten sie etwas wegspülen.

01:01:50: Ihre Blicke waren Taub vom vielen Morden, von dem Zerteilen der Leiber, den Innereien, den Köpfen Füßen und Ohren und abgezogenen Häuten.

01:02:02: Ja so eine Stadt ist gefräßig!

01:02:04: So eine Stadt is unersättlich!

01:02:06: Pro Woche wurden mehr als tausend Rinder und Kälber und bis zu viertausend Schweine geschlachtet.

01:02:11: Unablässig schlugen die Hemmer zu, schlitzten die Messer, nackten die Knochensegen und hackten die Beile.

01:02:18: Täglich kamen Züge mit Vieh, die kurz in Fährchen gesammelt, beschaut und anschließend verkauft wurden.

01:02:24: Sofort danach ging es in den Hof wo die Schlechter schon warteten.

01:02:29: Es ging nach Accord.

01:02:31: Das musste laufen wie geschmiert.

01:02:32: das Schlachtband wartete schon an ihm die flinken Hände.

01:02:36: Das Blutfloss in wahren Strömen, die noch warme Innereien wurden in Wannen gesammeld Und im kleinen Zügen zur weiteren Verwertung gebracht.

01:02:45: Die Heute stapelten sich klafterweise die Köpfe in regelrechten Pyramiden.

01:02:49: In Waggons wurden die Knochen gesammelt und später zur Seife und anderem verarbeitet.

01:02:55: Der Wohlstand war ausgebrochen, auch beim kleinen Mann.

01:02:58: Nicht nur mal Sonntags kam jetzt Fleisch auf den Tisch.

01:03:01: Nein am besten jeden Tag.

01:03:03: Und wenn es schon kein Braten war So doch wenigstens eine Wurst ein Schnitzel Ein Pfund gehacktes oder ein Stück Leber Bei so einem Schmaus auf dem Teller wer fragt dann schon wo er herkommt und wie es dem Tier aus dem Leib geschnitten wurde.

01:03:17: Das möchte man gar nicht wissen, obwohl es hier vor aller Augen sozusagen vor der Haustür

01:03:22: geschieht.".

01:03:23: Henry saß etwas abseits – vor der heute verlassenen und ebenfalls toten Bühne.

01:03:28: Am Wochenende und zu besonderen Anlässen traten hier Musikgruppen Karnevalsvereine ja ganze Orchester auf!

01:03:35: Dann wurde getanzt und gefeiert, geschunkelt und gelacht, gesoffen und gefressen.

01:03:39: Niemand hörte, niemand störte das Blöken, grunzen und scharren des Fies von nebenan.

01:03:44: Henry trank zwei Bier, aß ein Rindswurst und verließ den Schlachthof wieder.

01:03:49: Die Außenmauer entlang hing noch die Plakate der letzten Wahl In das vollkes Hand gibt dem Menschen Brot

01:03:56: und Brandt

01:03:57: wild.

01:03:57: DKP Am Scheideweg der Wirtschaft.

01:04:01: Aufbau Arbeit Wohlstand.

01:04:02: Deine Stimme Der CDU.

01:04:05: Ich bin für Zinn.

01:04:07: Gerechterlohn durch Sozialisierung.

01:04:09: Darum SPD.

01:04:12: Großkundgebung in der Festhalle.

01:04:14: Adenauer kommt, sagt ja zur CDU.

01:04:19: Henry war noch zu keiner Wahl gegangen!

01:04:21: Die Demokratie ist ein Analyst von der Bonse.

01:04:25: die kleine Leute zu gängeln und für sich arbeiten zu lassen hatte Josef immer behauptet.

01:04:30: Ich habe in den Lahren genug politische gesehen und kennengelernt.

01:04:33: Klappmass Ob sozu kommunistischer, anarchistisch oder auch christlicher Alle waren es nur truff aus an die Macht zu kümmern Und endlich das Saar zu haben.

01:04:44: Selbst dort In den Katsets haben sie gegeneinander gearbeitet.

01:04:48: Er leut um sich geschad und geht die anderen gewettert, Und die da – Die Anführer, Wortführer Parteiführer oder was das für Führer waren – Diese so gewählt habe Haben Sie sich dann scheebedienelosse Von Ihrer Genosse oder was auch immer?

01:05:03: Und bei der Russe ist es auch nicht anders.

01:05:05: Was sollen des sei von welchem Volks eingetun?

01:05:08: E Witz is des Der Stalin und seine Bande sitze wie die Made im Speck.

01:05:13: Der Arbeiter hat nichts zu fresse und die Bonse in der Partei wohne im Paläst, wäre chauffiert und fett.

01:05:19: Bei uns ist es nicht anders.

01:05:22: Braucht ihr gar ne Stenke?

01:05:23: Die lasse der arme Mann Kreuzsche mache oder auch mal zwar.

01:05:27: Und dann kimme so ein paar Wahlpfeffer nach Bonn Wenn sie wenigstens Frankfurt genommen hätte.

01:05:35: An dieser Stelle zog Josef immer selbst einen seiner bildigen Zigarren und stießt die Gewolken aus.

01:05:42: Aber er klappt doch net dass die wirklich was zu Sarah habe.

01:05:46: Das wirkliche Sarah habe nach wie vor die Bonse, die Schlotbarone und Benga Die Sache wo es lang geht sonst gibt's arbeitslose oder noch mehr Maschine in der Fabrike.

01:05:56: Armut und Unfriede dabei verdiene ich immer mehr und mehr.

01:06:00: das kann sich unser Ahn agandet vorstellen.

01:06:03: Sie haben schon so viel das reicht für mehrere Levels.

01:06:06: und dennoch ist es nett genug!

01:06:08: Die Kaffe sich die Partei, die Grieche ihr Rache nie voll.

01:06:34: Weißt du, was ich glaube?

01:06:36: Wenn man sich mit Henry Jäger beschäftigen will muss man unbedingt mit Jakob Stein beschäftigen, weil also was mir klar geworden ist heute der Lebensweg von Henri Jäger.

01:06:46: Der ist faszinreich, er hat viele Wendungen und man kann sich mit vielen Büchern beschäftigen.

01:06:52: aber ich finde mit dem was du machst gibst Du halt einfach auch den perfekten Zugang und ich finde halt irgendwie das geht zu Hand in Hand, der Lebens Weg von ihm und dem was Du schreibst.

01:07:01: Von daher also vielen vielen Dank!

01:07:04: Er gibt noch irgendwas, was du sagst.

01:07:05: Willst du noch loswerden?

01:07:07: Ja, also vielleicht dem zustimmt... Also ich habe ja auch den Sohn von Henry Jäger kennengelernt in Markus und er behauptet, ich kenne seinen Vater mittlerweile besser als er selbst!

01:07:17: Ne und es ist natürlich jetzt mittlerweile ja schon einige Jahre die ich mich mit ihm beschäftige und von daher gesehen... Ich finde ihn faszinierend.

01:07:27: Ich find diesen Menschen faszinerend in mehreren Richtungen.

01:07:32: Ich glaube, da folgt wahrscheinlich noch mehr von dir.

01:07:34: Aber jetzt zu Schuld und Unschuld noch!

01:07:35: Ab wann gibt es dieses Buch?

01:07:37: Wo gibt's dieses

01:07:37: Buch?!

01:07:38: Das Buch ist vor vier Wochen oder vor kurzem erschienen... ...ist im Buchhandel erhältlich und in allen Buchhandeln und auch im Hessenshop natürlich.

01:07:49: Sehr cool.

01:07:49: dann vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit dem Buch!

01:07:53: Danke

01:07:54: dir!